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Rail News, September 2015

Schwer gerüstet

Der Railport Darmstadt bietet schweren Gütern einen Umschlag von der Straße auf die Schiene und umgekehrt – das macht ihn bei vielen Kunden begehrt.

In Darmstadt, im Herzen der Industrieregion Rhein-Main, befindet sich eines der großen Tore zur Welt der Bahn: Der Railport Darmstadt ist ein zuverlässiger Knotenpunkt, über den Unternehmen ohne eigenen Gleisanschluss Zugang zum europäischen Güterverkehrsnetzwerk erhalten. „Wir verbinden mit unserer Anlage die beiden Welten Schiene und Straße“, sagt Martin Hörnig, Leiter des Railports Darmstadt.

Dafür ist die Anlage bestens gerüstet: Auf insgesamt 10.000 Quadratmetern Lagerfläche stapeln sich Güter aller Art, die per Lastwagen oder auf der Schiene auf den beiden seitlich verlaufenden, 100 Meter langen Gleisen angeliefert werden. Paletten, beladen mit spanischem Sekt, warten auf ihre Verladung. Gigantische Papierrollen türmen sich zu meterhohen Stapeln. „Wir können hier durch die besondere Konstruktion besonders schwere Waren stapeln. Unsere Böden sind auf ein Gewicht von 15 Tonnen pro Quadratmeter ausgelegt“, erklärt Hörnig. Daher setzen die Papierhersteller auf den Railport als Zwischenlager. Im Durchschnitt werden die Papierrollen ein bis zwei Monate hier gelagert, bevor sie an die Druckereien in der Region ausgeliefert werden.

Auch für die Stahlindustrie ist der Railport ein wichtiger Knotenpunkt. Salzgitter Flachstahl liefert besonders behandelte Bleche für die Autoindustrie nach Darmstadt. Sie warten darauf, für ihren Einsatz am Band abgerufen zu werden. Ein Teil der Ware geht nach Wörth – und von dort zu den Autofabriken von Mercedes-Benz. Auf dem gigantischen Außenlager, direkt am Portalkran türmen sich tonnenschwere Grobbleche des Stahlherstellers. Daneben liegen sogenannte ContainerFlats, auf denen Betonfertigteile diverser Baufirmen zu den Baustellen in der Region versendet werden. Ob Blech oder Papier – gemein ist beiden Gütern, dass sie sensibel auf Temperaturschwankungen reagieren und entsprechend sorgfältig behandelt werden müssen. Während Papier eine konstante Lagertemperatur erfordert, um später in der Druckerei nahtlos in den Produktionsprozess eingefügt werden zu können, kommt es beim empfindlichen Blech vor allem darauf an, Korrosion durch Kondenswasser zu verhindern. Aus dem Grund ist ein Teil des Railports beheizbar und auch im Winter stets um die 15 bis 17 Grad Celsius warm.

Großes Einzugsgebiet

Der Railport Darmstadt liegt in zentraler Lage im Stadtgebiet und bietet eine direkte Anbindung an die Schiene und die Autobahnen A 5 und A 67.

Damit erreicht die Anlage ein großes Einzugsgebiet im Nahbereich der vier Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern.

Der Railport bietet sich besonders für folgende Güter an: Stahl, Container, Wechselbrücken,
Betonfertigteile, Fliesen, Klinkersteine, Granit-/Marmorblöcke, Schnittholz, Glaswaren, Rollen-, Format- und Hygienepapier sowie palettierte Ware.

  • Infrastruktur: 4 Gleisanschlüsse,
    250 m überdachte Gleise
  • Portalkran, Klammer- und Gabelstapler
  • 2 Lagerhallen und 1 Freilager
  • Gesamtlagerfläche: 11.900 Quadratmeter,
    davon beheizt: 5.600 Quadratmeter 

Spitzenzeiten über das ganze Jahr

Railports leben mit saisonalen Peaks. Zum Jahresende laufen die Hallen mit Papierrollen voll – am hoch volatilen Markt stocken die Druckereien vor dem Jahresende ihre Lager auf. Sekt und andere Konsumgüter wiederum sind vor Ostern und ab Oktober im beginnenden Weihnachtsgeschäft der Renner. „Bis zu zehn Waggons mit jeweils 30 Paletten werden dann bei uns an einem Tag entladen, da ist was los“, sagt Alexander Weiss, Logistikplaner am Railport.

Dabei sorgen die Mitarbeiter der Anlage auch für die Qualitätskontrolle: Sie öffnen die Waggons, kontrollieren die Ware auf Unversehrtheit und melden eventuelle Fehler an die Disponenten, die wiederum sofort die Kunden informieren. Vergangenes Jahr zum Beispiel hatte ein großer Papierkunde günstigere Lkw-Verkehre beauftragt. Damals mussten fünf von sechs Ladungen zurückgewiesen werden, weil sie schlecht gesichert und daher beschädigt waren.

Im Zweischichtbetrieb fertigen 16 Mitarbeiter in Darmstadt die Lkw und Züge ab. Mit jahrelanger Erfahrung und viel Fingerspitzengefühl schlagen sie täglich die unterschiedlichsten Güter um, stapeln tonnenschwere Papierrollen mit äußerster Sorgfalt in den hochmodernen Schiebewandwagen der Bahn, platzieren empfindliche Metalle zentimetergenau – und übernehmen gleichzeitig die umfassende Dokumentation der Frachtpapiere.

Dabei verbessert der Railport auch die eigenen Prozesse. „Wir haben seit Anfang 2015 ein eigenes Tourenprogramm in Betrieb, das die Ablaufsteuerung durch den Kunden an die Lagerarbeiter weitergibt – damit haben wir die alte Tabellenzettelei beendet“, erläutert Weiss. Hinzu kommt eine eigene Lagersoftware, die nun auch eine Schnittstelle sowohl zum Kunden als auch zum Empfänger oder Versender bereithält. Zusatzdienstleistungen runden das Angebot am Railport ab: „Von der Palettierung, Verpackung und Sortierung bis hin zum Zollager können wir wirklich alles“, resümiert Railport-Leiter Martin Hörnig.

Letzte Aktualisierung: 15.10.2015

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