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Railway News, Juni 2016

„Mit Transparenz und Engagement“

Im Dialog mit seinen Kunden untersucht DB Cargo den Nahbereich.

Mit dem konzernweiten Programm „Zukunft Bahn“ arbeitet die Deutsche Bahn aktuell daran, die Qualität in allen Geschäftsbereichen und im Systemverbund Schiene deutlich zu verbessern. Ein wesentlicher Baustein beim Umbau von DB Cargo ist die Optimierung der Nahbereiche. Hierbei geht es nicht um einen Rückzug aus der Fläche, sondern um mehr Stabilität und bessere Qualität – mit dem Ziel, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen und wieder zu wachsen.

Zur Reduzierung der Komplexität und Störanfälligkeit wurden dabei die örtlichen Strukturen und Prozesse in den sogenannten Bedienästen untersucht und unter den Aspekten Robustheit, Qualität, Wachstum und Wirtschaftlichkeit optimiert. Im Dialog mit den Kunden wurden die erarbeiteten Vorschläge besprochen und – falls nötig – alternative Lösungsvorschläge erarbeitet.

Güterverkehrsstellen von Tyczka Totalgaz

Zum Beispiel beim Kunden Tyczka Totalgaz. Der Flüssiggashändler aus Geretsried empfängt den Rohstoff allein in Deutschland an insgesamt 57 Güterverkehrsstellen per Bahn. Bei fünf Güterverkehrsstellen stellte sich die Frage, ob die Bedienung unter den aktuellen produktionellen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter aufrecht erhalten werden kann, erzählt Torsten Lüders, Leiter Vertrieb Rohstoffe/Spedition/LogistikServices im Marktbereich Montan von DB Cargo. An sechs Güterverkehrsstellen mussten Vorschläge für eine veränderte Bedienzeit und/oder Bedienfrequenz besprochen werden.

Also ist man auf die Tyczka Totalgaz zugegangen und hat mit ihr die Projekthintergründe, Zielstellungen und erarbeiteten Vorschläge offen besprochen. Beim Kunden gab es Verständnis für die Neubewertung, auch wenn er mit Umstellungen in den eigenen Abläufen rechnen muss. „Für Tyczka Totalgaz aber war entscheidend, dass wir frühzeitig und im offenen Dialog mit Transparenz und Engagement auf das Unternehmen zugegangen sind, statt einfach nur unsere Entscheidung mitzuteilen“, so Lüders.

Einvernehmliche Lösungen

Denn die Bedienung der Güterverkehrsstellen und die innerbetrieblichen Abläufe an den Flüssiggasstandorten sind komplex. Für die Waggongestellung müssen sie eng aufeinander abgestimmt werden. Bei Flüssiggas kommt hinzu, dass das Transportaufkommen stark schwankt und das Gefahrgutrecht zu beachten ist.

„Wir haben versucht, in strittigen Fällen eine für beide Seiten einvernehmliche Lösung zu erreichen, die Robustheit, Qualität und Wirtschaftlichkeit berücksichtigt“, sagt Lüders. So werde die Güterverkehrsstelle Rimsting, weiterhin bedient. Allerdings werden Mengen von anderen Standorten auf Rimsting verlagert, was dort zu mehr und stetigerem Aufkommen führt. In einem Fall wurde die Bedienung in die Nacht verlegt. Dabei galt es, das Gefahrgutrecht für eine Wagenübergabe und -übernahme zu berücksichtigen, da nachts kein Personal vor Ort ist.

Noch sind die konstruktiven Diskussionen nicht abgeschlossen. „Mit den erzielten Ergebnissen haben wir mehr Stabilität und Planbarkeit in der Nahbereichsbedienung des Kunden erreicht“, so Lüders. Entscheidend sei gewesen, den Kunden sehr früh einzubinden und die Lösungsvorschläge gemeinsam und konstruktiv zu diskutieren. Er stellt fest: „Diese Art der Diskussion hat es in der Vergangenheit viel zu wenig gegeben!“


Letzte Aktualisierung: 30.06.2016

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