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Railways News 10-2017

Mehr Flexibilität für die Kunden

DB Cargo entwickelt gemeinsam mit Innofreight Waggons mit modularen Ladungsbehältern.

DB Cargo will im kommenden Jahr in seinen Güterwagenpark investieren. Ziel ist, besser auf die Anforderungen der Kunden eingehen zu können und vor allem den Wachstumsbranchen mehr rollendes Material durch eine höhere Verfügbarkeit anbieten zu können. Dafür ist die Güterbahn eine Partnerschaft mit Innofreight eingegangen - einem österreichischen Unternehmen, das für die Entwicklung innovativer Behältnisse und Entladesysteme steht.

Innofreight entwickelt gemeinsam mit DB Cargo modulare Güterwagen. Sie verfügen über einen standardisierten Unterbau, ihr Aufbau aber variiert je nach Einsatzgebiet. Es handelt sich dabei in der Regel um Spezialcontainer, die nach den Bedürfnissen des Kunden entwickelt werden. Eingesetzt werden diese im Einzelwagensystem von DB Cargo. „Die Dimensionierung und Konstruktion dieser Behälter wird mit unseren Kunden abgestimmt und auf die jeweiligen Anforderungen des zu transportierenden Materials zugeschnitten“, sagt Carolina Lasse, Vice President Single Wagon Network.

Dabei achten die Hersteller auf maximales Volumen und maximale Zuladung. Für den Transport von Schüttgütern im Kombinierten Verkehr hat Innofreight beispielsweise offene und geschlossene 30-Fuß-Container entwickelt. Besonders schwere Schüttgüter, die mittels Schwerkraft entladen werden, werden von eigens entwickelten Schwerlastcontainern transportiert. Auf denselben Unterbau lässt sich aber auch ein Palettenmodul aufsetzen, wodurch auch der Transport von Langgütern möglich wird. "So können Holz, Stahlbrammen, Rohre oder andere lange Produkte der Industrie transportiert werden", erläutert Mario Carl, Geschäftsführer von Innofreight Germany. "Diese Kombination ermöglicht eine maximale Auslastung der Wagen." DB Cargo ermittelt bereits gemeinsam mit verschiedenen Kunden, für welche Wagengattungen ein Bedarf an modularen Aufbauten besteht. Außerdem führt die Bahn schon Praxistests mit verschiedenen Ladegütern durch. Erprobt werden modulare Flachwagen für den Transport von Stahl, Erz und Coils.

Die Vorteile des modularen Konzepts für die Kunden: Die Instandhaltung vereinfacht sich, Standzeiten sinken und die Verfügbarkeit von Wagen steigt. Wird der Wagen beschädigt, muss nicht der gesamte Wagen in die Werkstatt, sondern es wird einfach ein neues Modul aufgesetzt.

Ein weiterer Vorteil: Der Kunde muss sich nicht auf Jahrzehnte hinaus auf ein Ladegut festlegen. "Die Güterströme sind heute recht volatil", erläutert Stephan Strobel, Leiter Ressourcensteuerung Güterwagen im Vertriebsbereich Industrial von DB Cargo. "Während aufgrund der bisher sehr langen Nutzungsdauer von Güterwagen Verträge mit Kunden sehr langfristig angelegt waren, ermöglicht das modulare Konzept kürzere Vertragslaufzeiten." Künftig könnten Kunde und Bahn nach einer fest vereinbarten Laufzeit überlegen, ob nicht der Aufbau des Güterwagens verändert werden müsste, um künftig auf demselben Unterbau ein anderes Ladegut zu transportieren. (mh)