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Railways News 08-2017

Megatrailer fahren Eisenbahn

DB Cargo Logistics hat ein innovatives KV-Produkt für Volkswagen entwickelt

DB Cargo Logistics hat gemeinsam mit der Volkswagen Konzernlogistik, der Werklogistik Wolfsburg und der Spedition CS Cargo Slovakia a.s. grenzüberschreitende Zulieferverkehre von verschiedenen Lieferanten für Volkswagen auf die Schiene gebracht.
Das Pilotprojekt war erfolgreich. Genutzt wird hierbei das Crossdock (KCC) des Volkswagen Konzerns in Malacky bei Bratislava. Hier werden Zuliefermengen aus Südosteuropa gebündelt und von dort aus per LKW in die Produktionsstandorte des Volkswagen-Konzerns transportiert.

DB Cargo Logistics hat ein innovatives KV-Produkt für Volkswagen entwickelt

Daher hat DB Cargo gemeinsam mit CS Cargo und Volkswagen Konzernlogistik für die Fernverkehre in das Werk Wolfsburg eine Alternative zum Straßentransport entwickelt. Dabei fahren LKW-Zugmaschinen von CS Cargo die Megatrailer von Malacky aus in das knapp eine Stunde entfernte ungarische Györ. Im dortigen DB-Terminal lädt die DB Cargo Hungaria die Megatrailer auf Doppeltaschenwagen der Bahn um und steuert sie in die getakteten DB Cargo-Shuttlezüge für Audi ein. Die Megatrailer laufen von Györ nach Braunschweig, wo DB Cargo sie wiederum über das eigene Terminal umschlägt. Ein Reach Stacker entlädt die Trailer, die anschließend wieder von einer Zugmaschine in das Werk Wolfsburg an die Entladestelle gefahren werden. 

Inzwischen wurde der Prozess über einen überschaubaren Zeitraum getestet. „Wir möchten uns bei der Werklogistik Wolfsburg, der Volkswagen Konzernlogistik und CS Cargo für das Vertrauen bedanken. Die Transporte haben die Vorteile der Bahn auf der Langstrecke unter Beweis gestellt", so Gunnar Grahlmann, Key Account Manager bei DB Cargo Logistics. "Wir haben innerhalb kürzester Zeit gezeigt, dass DB Cargo für Volkswagen einen stabilen kombinierten Verkehr auf der Schiene abwickeln kann - mit anspruchsvollen und planbaren Laufzeiten.

Der Kunde Volkswagen, der sich durch den vermehrten Einsatz von kombinierten Verkehren -  neben einer Entlastung der Umwelt - einen planbaren und stabilen Prozess verspricht, zieht ebenfalls ein überwiegend positives Zwischenfazit.

Matthias Braun, Leiter Planung Netzwerk und Standortprojekte stellt fest: „Der Pilot hat gezeigt, dass die Schiene auch bei den anspruchsvollen KCC-Hauptläufen zum Einsatz kommen kann. Jedoch müssten für die Überführung des Piloten in einen Serienprozess bzw. eine Ausweitung auf weitere Relationen, wesentliche Veränderungen im Versorgungsprozess vorgenommen werden, da die Produktion aktuell auf den flexibleren LKW eingestellt ist. Für die flächendeckende Akzeptanz von kombinierten Verkehren sind neben der Wirtschaftlichkeit vor allem funktionierende Backup-Systeme wichtig, die genutzt werden können, wenn der Regelprozess ins Stocken kommt.“

Ab September 2017 plant DB Cargo den Einsatz von Wagen der Fa. Cargobeamer. Diese Wagen ermöglichen mit ihrer speziellen Technik den Transport von nicht-kranbaren Megatrailern. Die Möglichkeiten das Güterverkehrszentrum Wolfsburg als weitere Option für eine Entladung im Werk Wolfsburg zu nutzen, wird parallel untersucht. In Summe wird die Flexibilität für die Logistik-Partner somit nochmals deutlich erhöht. (mh)