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Railways News 09-2017

Flexible Lösungen nach Spanien

DB Cargo Logistics plant den Transport von Megatrailern auf Taschenwagen durch Frankreich.

Knapp eintausend Kilometer beträgt die Distanz zwischen Saarbrücken und dem französischen Perpignan. Wo bisher nur Züge oder Lastwagen über Schienen und Straßen brausten, könnte nun DB Cargo Logistics mit einem neuen Konzept die Kunden überzeugen. „Wir wollen ab dem kommenden Jahr große Sattelauflieger mit Taschenwagen auf der Schienen transportieren“, erläutert Andreas Weiss vom Sales & Operations Center bei der DB Cargo Logistics GmbH. „Weil immer weniger Neukunden einen Gleisanschluss haben, schaffen wir mit diesem Konzept die perfekte Lösung, um Straße und Schiene perfekt miteinander zu kombinieren..“ Geplant sind regelmäßige Züge mit fünf Verkehrstagen je Woche und Richtung zwischen Saarbrücken und Perpignan am Fuße der Pyrenäen. Am dortigen Terminal PPG Saint Charles werden die Trailer wieder hinter die Sattelschlepper gespannt und gelangen auf der Straße zum Ziel in Spanien.

Flexibilität bei internationalen Verkehren

Hintergrund des Projekts sind die Anforderungen der Autoindustrie. Diese setzt auf die Schiene, um die westeuropäischen Werke und Zulieferstandorte mit denen der iberischen Halbinsel zu verbinden, wünscht sich allerdings mehr Flexibilität. DB Cargo Logistics steuert zum Beispiel für Opel das gesamte Zwischenwerksnetz bis nach Spanien. Von Eisenach fahren Megacombis bis nach Saragossa, dabei arbeitet DB Cargo Logistics eng mit der spanischen Tochter Transfesa zusammen. Problematisch sind dabei die unterschiedlichen Vorschriften zur Nutzung der Megacombis auf der Straße in Spanien und Deutschland. In Deutschland ist der Straßenvorlauf bzw. –nachlauf verboten, sodass hierdurch zahlreiche Potentiale im Bestandsverkehr als auch zusätzliche Lieferantenverkehre nicht realisiert werden können. Hinzu kommen die oft aufwändigen Umachsungen in Cerbere an der französisch-spanischen Grenze. „Wir haben uns daher in verschiedenen Teams zusammengesetzt und überlegt, welche Alternativen wir auf dem Korridor anbieten können“, erzählt Weiss. „Da es bisher noch keine Lösung für Megatrailer auf Taschenwagen seitens DB gab, haben wir beschlossen, diese zu entwickeln und so den potenziellen Kundenkreis zu erweitern.“

Flexible Lösungen nach Spanien

Dabei gilt es vor allem, die komplexen Genehmigungsverfahren in Frankreich zu durchlaufen. Die sind notwendig, um die genauen Trassen festzulegen, die die Taschenwagen fahren dürfen. Trotz anfänglicher Herausforderungen ist man bei DB Cargo Logistics zuversichtlich, ab 2018 gemeinsam mit der französischen Tochter ECR ein leistungsfähiges und innovatives Zugsystem anbieten zu können. „Wir mussten eine ganze Reihe von Tests planen und durchführen“, erläutert Weiss. Mitte März 2017 konnte der Testtransport starten – mit viel versprechendem Erfolg. 15 Stunden brauchen die Züge bis nach Perpignan. Mit dem niederländischen Transportdienstleister Ewals Cargo Care – einem der europaweit führenden LKW-Spediteure im Bereich Kombinierter Verkehr – hat DB Cargo Logistics den idealen Partner für dieses Projekt gefunden. „Dank der großen Flotte an kranbaren Megatrailern sowie der starken Präsenz auf der iberischen Halbinsel ist Ewals der richtige Partner. Im Gegenzug profitieren sie von unserer Zuglösung – das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten“, hält Weiss fest.