. .

Die nächtlichen Drehscheiben Europas

Rangieranlagen weisen Güterwagen den Weg

Durch sie pulsiert der Güterverkehr von DB Cargo AG – die Zugbildungsanlagen. Dort sorgen unsere Mitarbeiter dafür, dass die Güterwagen den Zug in die richtige Richtung nicht verpassen.

Bevor die Güterzüge von DB Cargo AG zu ihren Bestimmungsorten fahren können, müssen die einzelnen Wagen oder Wagengruppen zu Zugverbänden zusammengestellt werden. Dieser Prozess findet in speziellen Rangieranlagen statt.

Rund 170 dieser Anlagen gibt es in Deutschland, viele verfügen über ein kilometerlanges Gleisnetz. Oft in Stadtnähe am Rande von Wirtschaftszentren gelegen, sorgen sie dafür, dass täglich zehntausende Güterwagen in die richtigen Züge einsortiert werden. Die Infrastruktur hat DB Cargo AG gemietet.

Nachtarbeit ist angesagt

In den Abend- und Nachtstunden herrscht Hochbetrieb auf den Rangieranlagen – dann erledigen die DB Cargo AG-Mitarbeiter zusammen mit den Kollegen aus den Infrastrukturunternehmen ihre Arbeit.

Das Prinzip ist immer gleich: Der Zug kommt im Bahnhof an und fährt zunächst in ein Gleis der Einfahrgruppe. Dort wartet der Rangierer. Anhand einer Zerlegeliste, auf der alle relevanten Daten des Zuges stehen, trennt er die Wagen oder Wagengruppen voneinander.

Dann kommt die Abdrücklokomotive zum Einsatz. Sie schiebt die Wagen über einen künstlichen Hügel – den Ablaufberg.

Der Computer stellt die Weichen

Vom Ablaufberg rollen die Waggons weiter in das vorgesehene Gleis der Richtungsgruppe. Ein Computer steuert für jeden einzelnen Wagen nicht nur die Weichen in das Zielgleis, sondern auch in die Gleise eingebaute Bremsen und Beschleuniger, damit der Wagen sicher und sanft an der richtigen Stelle zum stehen kommt. Auch den Motor der schiebenden Lok regelt der Computer immer wieder nach, damit sie das optimale Tempo hält. Im Schnitt haben die Mitarbeiter auf diese Weise einen Zug bereits 30 Minuten nach seiner Ankunft in der Anlage aufgelöst.

Hinter dem Ablaufberg, im so genannten Richtungsgleis, rollen die Waggons so bis ans Ende der bereits wartenden Fahrzeugschlange. Dort werden die Wagen wieder aneinandergekuppelt und von weiteren Rangierlokomotiven in die Ausfahrgruppe gezogen. Hat der Wagenmeister den neu zusammengestellten Zug technisch überprüft, kann der Zug den Bahnhof verlassen.

Letzte Aktualisierung: 13.06.2016

Zum Seitenanfang