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Gefahrgut auf die Schiene!

Rail Safety Days in Dänemark – Inbetriebnahme des Tank Terminals Taulov senkt das Risiko schwerer Chemieunfälle.

Am 4. und 5. September 2018 fanden die diesjährigen DB Cargo BTT Rail Safety Days in Kooperation mit dem dänischen Tank Terminal Taulov und DB Cargo Scandinavia statt. Experten aus der Chemiebranche, Mitarbeiter von Feuerwehren und Behörden, DB Cargo-Kunden und Mitarbeiter konnten sich aus erster Hand über den Umschlag von Gefahrgut und über die Sicherheitstechnik im Terminal informieren. 

„Nur sehr wenige dänische Empfänger und Verlader von Chemikalien haben Gleisanschlüsse“, erklärte Erik Koning von DB Cargo BTT, der durch die Veranstaltung führte. Aufgrund der dänischen Auslegung der europäischen „Seveso-Richtlinien“, die Direktive zur Beherrschung der Gefahren bei schweren Unfällen mit gefährlichen Stoffen, ist das Umladen der meisten Gefahrgutprodukte von der Schiene auf die Straße nicht ohne Lizenz erlaubt. Als Lösung wurde der Chemiestandort Taulov entwickelt. Dort befindet sich das DB Cargo-Terminal für den Umschlag von Tankcontainern. Im Oktober 2017 ging auf dem angrenzenden Gelände das Taulov Tank Terminal für den Umschlag von Chemikalien in Kesselwagen in Betrieb.

Der sicherste Weg

„Durch den Schienentransport auf der langen Strecke und die relativ kurze Transportstrecke auf der Straße im Vor- und Nachlauf, wird das Risiko für Unfälle mit Chemikalien beim Transport deutlich reduziert“, so Koning. Bisher aber nutzen dänische Kunden das Potential zur Verlagerung ihrer Gefahrgüter auf die Schiene noch nicht aus. „Selbst extrem gefährliche Güter wie Ammoniak und hochentzündliche Chemikalien werden mit dem Lkw durch ganz Europa zu Kunden in Dänemark gefahren“, monierte Koning. Dabei sei die Bahn das sicherste landgebundene Verkehrsmittel überhaupt. Rechnet man die Zahl der Gefahrgut-Unfälle pro transportierter Frachttonne, dann ist der Transport per Bahn sage und schreibe 42 Mal sicherer als per Lkw.

Das Tank Terminal Taulov bietet nun eine optimale Möglichkeit, Gefahrgüter zwischen Straße und Schiene umzuschlagen – mit zwei Gleisen à 80 Metern Länge und jeweils vier Stationen zum Entladen und zwei zum Laden. Geplant ist die Errichtung von zehn Silos mit einer Höhe von jeweils 35 Metern. Sie sollen über eine Kapazität von 40.000 Tonnen verfügen. Als erste Transportgesellschaft in Dänemark erwirbt DB Cargo demnächst die dänische Genehmigung zur Lagerung von Gefahrgütern.

Bei einem Rundgang durch das Terminal konnten die Gäste die Sicherheitstechnik selbst in Augenschein nehmen. Jede Füllstation ist unterirdisch verlegt und verfügt über ein eigenes Flüssigkeitsmanagement. Alarm- und Sprinkleranlagen, eine Augendusche und die Ausrüstung mit speziellen Sicherheitskupplungen beim Umschlag. Die Wartungsschächte sind so konstruiert, dass sie überschüssiges Sprinklerwasser aufnehmen können. Ein Notstromgenerator gewährleistet selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Blackouts den störungsfreien Betrieb.

Weil für DB Cargo Sicherheit an erster Stelle steht – im eigenen Unternehmen, für Kunden, Anwohner an Schienenwegen und die gesamte Umwelt – sieht sich die Güterbahn in einer besonderen Verantwortung mit dem Ziel, Gefahrgut weg von der Straße, auf die Schiene zu holen.