DB Logo
zurück zur Übersicht

DB Labor der Zukunft

Im HOLM am Frankfurter Flughafen erforschen DB Mitarbeiter digitale Prozesse.

Digitalisierung ist ein Thema, das die gesamte Deutsche Bahn betrifft. Im Februar 2017 haben Dr. Jürgen Wilder, Vorstandsvorsitzender DB Cargo, und Tarek Al-Wazir, hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, das „Asset & Maintenance Digital Lab“ der DB offiziell eingeweiht. Die Einrichtung auf rund 100 Quadratmetern befindet sich im „House of Logistics & Mobility“ (HOLM) unweit des Flughafens Frankfurt am Main. Im Lab arbeiten rund 50 Bahnfachleute, IT-Entwickler, Data Scientists und Transformationsexperten zusammen. Sie alle wollen Automatisierungs- und Digitalisierungsthemen rund um Fahrzeuge und Instandhaltung vorantreiben – und zwar in agiler Arbeitsweise. Neue Arbeitsmethoden mit kontinuierlichem Informationsaustausch werden verknüpft mit smarten Projektmanagementmethoden. „Der Vorteil des Labs ist, dass Experten aus verschiedenen Disziplinen an einem Ort in einer sehr offenen und kreativen Atmosphäre zusammenarbeiten“, sagt Katrin Höhne, Projects and Communication European Asset Management & Technology, DB Cargo. „Kollegen lernen sich projektübergreifend kennen, finden Schnittstellen, wissen und lernen voneinander und können sich schneller sowie direkt austauschen.“

Vorreiter in der Digitalisierung

„Als größte Güterbahn in Europa müssen wir eine Vorreiterrolle in der Digitalisierung einnehmen. Nur so bleiben wir auch in Zukunft ein verlässlicher Partner für unsere Kunden“, sagt DB Cargo-Chef Wilder bei der Lab-Einweihung. Diese Einschätzung teilen auch viele Politiker. „Es ist wichtig und richtig, dass sich die DB den Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung stellt, denn die Schiene muss als umweltfreundlicher Verkehrsträger konkurrenzfähig bleiben“, lobte der hessische Minister Al-Wazir. „Digitale Technologien können erheblich dazu beitragen, ihre Kapazität zu steigern.“ Aktuell liegt der Schwerpunkt im Lab auf dem Schienengüterverkehr. Noch in diesem Jahr werden weitere Projekte für den Personenverkehr und die Fahrzeuginstandhaltung folgen. Dementsprechend bedeutsam ist die Kooperation zwischen den Fachleuten der einzelnen DB Ressorts. „Von dem Lab geht ein klares Signal an unsere Kunden aus: Es ist kein DB Cargo Lab für sich, sondern ein DB Lab“, sagt Fabian Stöffler, Vice President Asset Digitization DB Cargo. „Und mit den Erkenntnissen aus der Arbeit vor Ort und deren Umsetzung in die Praxis wollen wir auf die Wertschöpfungskette unserer Kunden einwirken. Hier entstehen die Services der Zukunft.“

Innovationen bei Wagen und Loks

Aktuell arbeiten die Mitarbeiter im Lab an Innovationsprojekten bei der Fahrzeugvorhaltung und -entwicklung sowie in der Instandhaltung. „Die digitale Transformation im Asset Management und in der Instandhaltung umfasst insbesondere intelligente Fahrzeuge, zentrale Datenerhebungen und Analytics sowie Prozessautomatisierung“, erläutert Stöffler. Künftig werden Wagen und Loks auf der Basis von Daten flexibler und zustandsbezogener instand gehalten. Intelligente Sensoren an den Fahrzeugen stellen permanent Zustandsdaten zur Verfügung und ermöglichen so eine detaillierte Diagnose. Somit lässt sich die Wartung individuell anpassen, was die Verfügbarkeit und Qualität erhöht und die Kosten senkt. Zusätzlich zu intelligenten Loks wurden daher schon im letzten Jahr erste Güterwagen mit Sensoren ausgestattet, die nicht nur den aktuellen Standort des Wagens anzeigen, sondern auch die Feuchtigkeit oder Temperatur im Inneren messen. Bis 2020 will DB Cargo alle Wagen und Lokomotiven in Europa über Diagnosedaten live überwachen und damit die Abläufe grundlegend verbessern. Die Mitarbeiter im Lab werden dann schon weitere, zukunftsträchtige Projekte verfolgen.