. .

Die Seite wird gedruckt

Railway News, August 2016

Höhere Verfügbarkeit für DB Cargo-Lokomotiven

Dank eines neuen Hub-Systems stehen E-Loks der Güterbahn schneller zur Verfügung.

Ein entscheidendes Element für die Qualität und die Effizienz von Güterzügen ist, ob Wagen und Lokomotiven verfügbar sind. Mit einem neuen Konzept hat die DB Cargo nun die Verfügbarkeit von elektrischen Lokomotiven erhöht – und ist damit in der Lage, mehr Züge zu fahren und Kunden mit besserer Qualität zu bedienen.

Das Prinzip ist einfach: Bislang wurden Lokomotiven nach ihrem Einsatz dezentral abgestellt, z.B. dort wo die Leistung endete oder der Lokführer zum nächsten Einsatz wechselte, bzw. in den Feierabend ging. Das führte dazu, dass der Zugriff auf die Lok schwierig war, wenn sie an abgelegenen Orten stand. Daher führten die Fachleute der DB Cargo Triebfahrzeugsteuerung ein Hub-Konzept für die rund 950 elektrischen Lokomotiven der Güterbahn ein. Sie ordneten jede Güterverkehrsstelle in Deutschland einem solchen Hub zu. Insgesamt definierten die Planer 47 Hubs als Punkte, an denen die Lokomotiven bis zum nächsten Einsatz warten.

Bild vergrößern


Teil von Zukunft Bahn

„Diese neue System hat eine ganze Reihe von Vorteilen“, sagt Michael Lehmen, Leiter Triebfahrzeugsteuerung in der Cargo Leitzentrale, der mit den Kollegen der Triebfahrzeug- und Triebfahrzeugführerplanung die Zuordnung konzipiert hat. „Zum einen können die Planer an den verschiedenen Standorten synchron miteinander arbeiten, weil sie genau wissen, wo sich die Loks befinden. Zum anderen können wir Lokomotiven flexibel zwischen den Hubs hin und her bewegen, wenn an einem Ort zu viele oder zu wenig Loks auf ihren Einsatz warten.“ Dieser Ausgleich zwischen den zentralen Punkten erfolgt entweder dispositiv, also durch geschickte Planung von Einsätzen, oder indem Loks an abfahrende Züge angehängt werden.

Das System wurde in das Programm Zukunft Bahn integriert, mit dem die DB AG und DB Cargo Qualität und Effizienz steigern wollen, um die Leistungsversprechen den Kunden gegenüber einzulösen. Tatsächlich hat die Hub-Zuordnung die Standzeiten vieler Loks drastisch reduziert, berichtet Lehmen. Die höhere Verfügbarkeit hat zu mehr Leistung geführt.

Flexible Reaktion auf kurzfristige Änderungen

Seit dem vergangenen Jahr haben die Planer der Cargo Leitzentrale das System entwickelt und schrittweise eingeführt. Nun versuchen sie, zwei weitere Probleme anzugehen. Zum einen wollen sie mehr Flexibilität, weil es aufgrund der kurzfristigen Änderungen bei der Buchung und Produktion von Zügen immer einen Unterschied geben wird zwischen den geplanten und tatsächlichen Einsätzen.

Zum anderen mehr Tempo: „Wir haben unterjährig häufig Änderungen wie Verkehrsverschiebungen oder Bauarbeiten, die das transportaufkommen an Hubs und Güterverkehrsstellen massiv beeinträchtigen können“, sagt Lehmen. „Daher entwickeln wir derzeit einen Prozess, um im Hubsystem rasch einzugreifen. Auf der Grundlage von Standzeitenentwicklungen pro Hub und unserer Erfahrungen können wir dann die Einsätze noch besser planen.“

Letzte Aktualisierung: 25.08.2016

Übersicht

Zum Seitenanfang