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Railways News 09-2017

Doppelter Vorteil

Durch ein besonderes Konzept bringt DB Cargo Projektlogistik auf die Schiene

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – so heißt es im Deutschen, wenn einem zwei Vorteile gleichzeitig entstehen – zum Beispiel im Zwickauer Ortsteil Cainsdorf. Dort ist die ELOS Speditions GmbH seit 1991 als internationale Projektspedition auf dem Markt aktiv und verfügt über eine eigene Güterverkehrsstelle. Diese wurde für das Projekt Zukunft Bahn auf Kapazität und Auslastung geprüft. DB Cargo und ELOS kamen überein, nach Möglichkeiten zu suchen, um den Gleisanschluss noch besser auszulasten. Kein leichtes Unterfangen, schließlich stellt Projektlogistik die Verkehrsträger wegen der Größe und des Gewichts vieler Transporte vor besondere Herausforderungen.

„Wir konnten den Kunden dafür gewinnen, Transporte für den Neubau des Kraftwerks im zentralgriechischen Eordea über die Schiene durchzuführen“, erzählt Janett Schmidt, die bei DB Cargo als Neukundenmanagerin im Regionalvertrieb Nord/Ost in Halle/Saale tätig ist. In diesem Fall ging es um so genannte Überhitzerschlangen für das Kraftwerk – durch solche Rohre strömt Dampf und nimmt die Wärme der Heizkessel auf.

Fast genau ein Jahr dauerte die Planung der Transporte, bis der erste Waggon am 1. August 2017 in Bewegung gesetzt werden konnte. Bis Mitte September fuhren 33 Waggons nach Griechenland, bis Mitte Oktober sind weitere 30 Wagen geplant. Dabei mussten die Verladeberater von DB Cargo die Verladepläne in enger Zusammenarbeit mit den entsprechenden Fachleuten bei DB Cargo und beim Kunden erarbeiten, denn die Überhitzerschlangen, die als gebündelte Rohre transportiert wurden, besaßen jeweils unterschiedliche Abmessungen, sie waren maximal 3,59 Meter breit und 23 Meter lang. Erst dann konnten die Genehmigungen für die einzelnen Transporte beantragt werden. 

Transporte von Cainsdorf nach Griechenland


„Das Schwierige an diesem Projekt waren jedoch nicht nur die Abmessungen. Schwierig war vor allem, dass sowohl der Hersteller als auch das Kraftwerk in Griechenland nicht über einen Gleisanschluss verfügen“, so Schmidt. Daher setzten die Eisenbahner ein ganz besonderes Konzept auf: Sendungen mit Überbreite fuhren nun über Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Bulgarien nach Griechenland. Dabei erfolgt der Transport auf der Schiene bis nach Voluyak in Bulgarien. Dort übernehmen die Logistiker von DB Schenker den Weitertransport auf der Straße bis zum Kraftwerk, denn Züge mit Überbreite können die Grenze zwischen Bulgarien und Griechenland nicht passieren.

Sendungen ohne Überbreite wiederum werden über Österreich, Ungarn, Serbien, Mazedonien bis zum DB Cargo-Railport in Thessaloniki gebracht. Auch hier übernimmt DB Schenker und bringt die Kraftwerkselemente mit dem Lastwagen bis zur Kraftwerksbaustelle.
„Für uns und unseren Kunden haben diese außergewöhnlichen Verkehre einen doppelten Vorteil“, sagt Schmidt. „Wir lasten unser Netzwerk und unsere Kapazitäten besser aus. Und der Kunde erhält den Beleg dafür, dass wir auch in der Projektlogistik zuverlässige Transportlösungen über den Gleisanschluss in Cainsdorf realisieren können.“
(an)