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Getunte Loks für weniger Treibstoff

DB Cargo senkt mit einer veränderten Motorsteuerung Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß

Wer mit getunten Motoren schwarze, tiefergelegte BMW verbindet, die laut aufheulend an der gelben Ampel durchstarten, der wird bei DB Cargo eines Besseren belehrt: Die Güterverkehrstochter der DB hat die Motoren ihrer Rangierlokomotiven getunt um Kraftstoff und somit CO2 einzusparen. Statt auf Leistung wird die Maschine auf Effizienz getrimmt – weniger Treibstoffverbrauch bei gleicher Leistung.

Dafür wurden bestimmte Kennfelder der Motorsteuerung, etwa der Einspritzdruck, die Einspritzdauer und der Einspritzzeitpunkt angepasst. Nachdem die neuen Kennfelder ins elektronische Motormanagement der Lok aufgespielt sind, verbraucht deren Antrieb im Schnitt 2,5 Prozent weniger Treibstoff.

Projektleiter Jörg Schneider demonstriert die Software

Um nicht alle fast 400 betroffenen Lokomotiven der Baureihen 290, 294 und 296 einzeln für die Umrüstung ins Werk schicken zu müssen – das wäre mit Ausfallzeiten verbunden gewesen – hat die Firma MTO-Engineering gemeinsam mit DB Cargo einen mobilen Datenflasher entwickelt. Mit diesen Geräten, die an ein handelsübliches Smartphone angeschlossen werden, können die bestehenden Kennfelder ausgelesen und später die neuen aufgespielt werden. Der komplette Prozess dauert weniger als 15 Minuten. 

Der Datenflasher wird an den Motor angeschlossen

Bei allen knapp 400 Rangierloks wurde in den vergangenen Monaten die Motorsteuerung optimiert. Dadurch werden pro Jahr 800.000 Liter Kraftstoff – das würde reichen um mit einem Pkw (6l/100 km) die Erde am Äquator 333 Mal zu umrunden – und 2,1 Millionen Kilogramm CO2 eingespart. Projektpartner der DB war neben der Firma MTO-Engineering die Hochschule München.

DB Cargo hat sich zum Ziel gesetzt, unter anderem durch nachhaltige Transportlösungen (Eco Solutions) und durch die Modernisierung seiner Flotte den spezifischen Endenergieverbrauch bis 2030 gegenüber 2006 um 30 Prozent zu senken. Gleichzeitig sollen die CO2-Emissionen um rund 36 Prozent gesenkt werden.