DB Logo
zurück zur Übersicht

Unwetter unterbricht wichtige Bahnstrecke am Mittelmeer

In Frankreich kämpft DB Cargo mit den Folgen starker Regenfälle. Dank der schnellen Reaktion aller Beteiligten konnten Störungen aber gering gehalten werden.

Vor gut einem halben Jahr war die Verbindung Lyon – Modane für drei Wochen unterbrochen. Ende Oktober traf es dann den Abschnitt Sête – Narbonne an der französischen Mittelmeerküste, wo Gleise an mehreren Stellen unterspült und teils sogar weggerissen wurden.

Das Ausmaß dieser Streckensperrung ist vergleichbar mit dem Vorfall in Rastatt im Jahr 2018, wenn nicht gar gravierender, denn es fehlt im Westen Frankreichs an naheliegenden Umleitungsmöglichkeiten. Um Spanien von Deutschland aus zu erreichen, musste der Mittelmeer- mit dem Atlantik-Korridor verknüpft werden – ein Umweg von 450 Kilometern pro Richtung.

Es gelang kurzfristig, Kapazitäten für 14 Züge pro Woche zu schaffen. 18 Lokführer wurden dazu an den Atlantik-Korridor versetzt. Auf diese Weise konnte zunächst etwa die Hälfte des ursprünglichen Transportvolumens für die Schiene gesichert werden. Die andere Hälfte wurde vorübergehend auf die Straße verlagert, da einige Verkehre die Umleitungsstrecke aufgrund des Lademaßes nicht nutzen konnten. Gegen Ende der Sperrung konnten sogar 85 bis 90 Prozent der üblichen Verkehre wieder angeboten werden.

Wenn die Strecke wieder normal funktioniert, werden wohl etwa 45.000 Umleitungskilometer und rund 400 Zusatzschichten angefallen sein. Dass das Umleitungskonzept so gut funktionierte, liegt an neuen Prozessen und Strukturen, die im Rahmen der Initiative „Corridor Excellence“ entwickelt wurden:

  •  Fest etablierte Kommunikationskanäle
  •  Schnellere Reaktionsfähigkeit
  •  End-to-end-Steuerung unter Einbeziehung aller Beteiligten 
  •  Klar definierte Eskalationsstufen