Artikel: Distributed Power System: Bis zu 30 Prozent mehr Fracht auf derselben Strecke
Mit dem Distributed Power System (DPS) erhöht DB Cargo die Transportkapazität auf der Schiene und nutzt bestehende Infrastruktur effizienter. Die Technologie ermöglicht den Einsatz deutlich schwererer Güterzüge, die von nur einer Lokführerin oder einem Lokführer gesteuert werden. So lassen sich bis zu 30 Prozent mehr Fracht je Zug transportieren, ohne zusätzliche Zugfahrten durchführen zu müssen. Für Kunden und Kundinnen bedeutet das mehr Kapazität, höhere Planbarkeit und eine bessere Auslastung vorhandener Trassen.
DPS verbindet die Lokomotiven an Zugspitze und Zugschluss per Datenfunk. Die Lok am Zugende wird von der führenden Lok aus ferngesteuert. Anders als bei der klassischen Doppeltraktion verteilt sich die Zugkraft über die gesamte Zuglänge. Dadurch können höhere Zuglasten bewegt werden, während Fahrzeuge und Material gleichzeitig geringer belastet werden.
Zum Einsatz kommt die Technologie derzeit auf Verbindungen des österreichischen Stahl- und Technologiekonzerns voestalpine zwischen Linz und Deutschland. Für LogServ, den Logistikdienstleister der voestalpine, schafft DPS zusätzliche Kapazitäten auf den Shuttle-Verkehren mit Stahlprodukten. Mehr Transportmenge pro Zug hilft dabei, Lieferketten auch unter anspruchsvollen Rahmenbedingungen stabil zu halten.
„Gerade während der Korridorsanierungen in Deutschland zeigt die neue Technologie ihren Mehrwert. Aufgrund der stärkeren Steigungen auf der Umleitungsstrecke können Züge ohne DPS nur rund 2.400 Tonnen transportieren. Mit DPS sind weiterhin mehr als 3.300 Tonnen pro Zug möglich“, sagt Markus Schinko, Geschäftsführer von LogServ. „Das hilft, unsere Standorte gut mit Rohstoffen zu versorgen und unsere Produkte zu unseren Kunden zu liefern.“
Für Industrie- und Logistikkunden erhöht sich damit die Versorgungssicherheit. Transporte bleiben auch bei infrastrukturellen Einschränkungen planbar, Kapazitäten auf stark belasteten Korridoren werden besser nutzbar. Weil größere Mengen mit weniger Zügen transportiert werden können, sinkt zugleich der Bedarf an zusätzlichen Trassen.
Welchen Effekt das in der Praxis hat, beschreibt Markus Micken, Leiter des Geschäftsbereichs Stahl bei DB Cargo: „Wo früher vier Züge erforderlich waren, können heute drei die gleiche Menge an Fracht transportieren. Dank unseres innovationsfreudigen Kunden und Digitalisierung schaffen wir mehr Transportleistung mit demselben Personal und derselben Infrastruktur.“
Der grenzüberschreitende Einsatz zwischen Österreich und Deutschland zeigt, wie sich zusätzliche Transportleistung innerhalb des bestehenden Netzes erschließen lässt. Kunden profitieren von höheren Beförderungsmengen je Zug, einer verlässlicheren Planung ihrer Logistikketten und zusätzlichen Kapazitäten auf stark ausgelasteten Strecken. Nach den positiven Erfahrungen prüft DB Cargo den Einsatz von DPS auf weiteren Relationen und für weitere Kunden.
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