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Papier gehört auf die Schiene: DB Cargo und Palm schreiben ihre Erfolgsgeschichte fort

Mit einem effizienten Rundlaufkonzept unterstützt DB Cargo die Papierfabrik Palm beim Erreichen ihrer Nachhaltigkeitsziele

Die Papierfabrik Palm hat sich Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben. So stellt das Unternehmen Papier zur Weiterverarbeitung nur aus recycelten Rohstoffen her und hat beim Bau der neuen Papierfabrik in Aalen-Neukochen viel Wert auf den eigenen ökologischen Fußabdruck gelegt. Dies startet beim optimierten Energiebedarf, setzt sich über begrünte Dächer fort und zeigt sich zukünftig auch im Logistikbereich. Denn durch die eigenen Gleisanschlüsse in den Werken Aalen-Neukochen und Wörth am Rhein konnte Palm den Lkw-Verkehr zwischen den Werken auf ein Minimum reduzieren.

Ein wesentlicher Faktor hierbei ist die enge Zusammenarbeit mit DB Cargo und deren Partner, der Löblein Transport GmbH aus Schillingsfürst. DB Cargo hat für Palm ein effizientes Rundlaufkonzept für Reststoffe und Papier etabliert und die logistischen Herausforderungen in den Werken gemeinsam mit dem Logistikpartner Löblein Transport gemeistert.

Von der Straße zurück auf die Schiene

In den vergangenen Jahren hat DB Cargo bereits Papierrollen, die im Aalener Werk produziert wurden, im Einzelwagenverkehr zur Weiterverarbeitung nach Wörth am Rhein transportiert, wo aus dem Papier in der eigenen Fabrik Wellpappe hergestellt wird. Im Zuge der Errichtung der komplett neuen Papierfabrik in Aalen wurde auch ein neuer Gleisanschluss auf dem Werksgelände gebaut. Damit kann der Umfang der Transporte auf der Schiene kontinuierlich gesteigert und der Umfang sukzessiv erhöht werden. Am Stammsitz der Papierfabrik Palm in Aalen sorgen 2 Verladegleise für Bahnwagen mit 200 m und 222 m Länge für den reibungslosen Abtransport der Güter.  

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Papierrollen werden in die Transportsicherung der Spezialwagen eingebettet


Neben Papierrollen werden auch Reststoffe aus der Produktion in Aalen nach Wörth transportiert, die dort zur Energie- und Prozessdampfgewinnung genutzt werden und ebenfalls zu einer effizienten Ressourcennutzung beitragen. Inzwischen werden innerhalb des Rundlaufkonzepts beide Bestandteile des Transports in einem Ganzzug gebündelt, hier arbeiten die DB Cargo Branchen Pulp & Paper sowie Waste Logistics eng zusammen. Dieses Beispiel zeigt, dass Palm in effizienten Kreisläufen denkt und DB Cargo hierfür der richtige Partner ist.

Mit effizientem Rundlaufkonzept die Herausforderungen angegangen

Wie sieht nun das Rundlaufkonzept aus und welche Herausforderungen wurden dabei gelöst? Zuerst wurden die Gleisanschlüsse im Jahr 2021 in den beiden Werken erweitert, dies war die Grundlage für das ausgearbeitete Konzept – nur durch diese kann auf einen Schienenverkehr zurückgegriffen werden, ohne Lkw auf die Straße bringen zu müssen. Der Gleisanschluss in Aalen-Neukochen hat dabei die Besonderheit, dass ein Containerumschlag am Verladegleis senkrecht nicht möglich ist, da kein Platz für die benötigte Umschlagtechnik (z.B. Reachstacker) gegeben ist. So kommt die MOBILER-Technik zum Einsatz, die einen horizontalen Umschlag ermöglicht und den Lkw-Verkehr auf ein Minimum auf dem Betriebsgelände reduziert. „Hier hat Palm extra in MOBILER-Fahrzeugtechnik investiert, um trotz des engen Platzangebots am Gleis auf die Schiene umsteigen zu können“, erinnert sich Justyna Eberhard, Key Account Managerin Pulp & Paper bei DB Cargo.

Exkurs MOBILER-Technik

Hierbei handelt es sich um eine Technik, die den Umschlag von Containern vom Lkw auf den Güterwagen ermöglicht, ohne dass eine gesonderte Infrastruktur benötigt wird. Eingesetzt wird ein hydraulisches System auf dem Lkw, das den Container horizontal vom Lkw auf den Güterwagen bewegt. Dabei muss der Lkw parallel zum Wagen stehen, der Umschlag erfolgt dann per Fernbedienung, bei Palm erfolgt die Bedienung durch das eigene Personal. Diese Technik verbindet so den Werksverkehr per Lkw mit der umweltfreundlichen Schiene.

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Umschlag eines Spezialcontainers per MOBILER-Technik am Gleisanschluss von Palm


Auch die Ladungssicherung ist ganz auf Palm zugeschnitten, da sehr große Papierrollen transportiert werden. Hierfür wird in den Schiebewandwagen ein „Bett“ mit Mulden für die Papierrollen gelegt, in denen die Ladung optimal gesichert und ans Ziel gefahren werden kann. 

Kooperation mit Spedition rundet Konzept ab

Die benötigten 30´-Spezialcontainer für den Reststofftransport mietet DB Cargo bei der Spedition Löblein an. Dies hat unter anderem den Vorteil, dass Reparaturen und Wartungen im Rahmen eines Full-Service-Konzepts zeitnah durch den Partner durchgeführt werden können. Die Partnerschaft mit Löblein beinhaltet zudem die Möglichkeit, kurzfristige Transportalternativen auf der Straße anbieten zu können. „Für Palm ist dies sehr wichtig, denn sowohl die zeitgerechte Lieferung des Papiers als auch der Reststoffe ist von großer Bedeutung. Dieser werden DB Cargo und Löblein durch ihre Kooperation gerecht“, betont Marc van der Las, Head of Waste Logistics bei DB Cargo.

Das auf rund acht Jahre angelegte Konzept beinhaltet drei Rundläufe pro Woche. Dabei werden pro Fahrt 16 Containertragwagen mit Reststoffen sowie bis zu neun Schiebewandwagen mit Papierrollen von Aalen-Neukochen nach Wörth am Rhein transportiert. Von der Verlagerung von der Straße auf die Schiene profitiert allerdings nicht nur Palm, sondern auch die Umwelt. Denn der Transport über die Schiene spart im Vergleich zum Lkw rund 80 Prozent CO2-Ausstoß ein, auch die Anwohner der bisher stark frequentierten Straßen können „aufatmen“. 

Darüber hinaus arbeiten DB Cargo und Palm auch bei weiteren Transporten eng zusammen. „Wir fahren beispielsweise Papierprodukte von Aalen und Wörth nach Amsterdam, wo die Güter für den Export nach Großbritannien auf Schiffe umgeschlagen werden“, so Justyna Eberhard. „Aber das Herzstück unserer Zusammenarbeit ist das neue Rundlaufkonzept im Ganzzug“.

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Marc van der Las

Head of the Waste Logistics DB Cargo AG