Zurück auf die Schiene

Neuer Gleisanschluss: Palm-Gruppe investiert in die Zukunft

Die Palm-Gruppe macht sich fit für die Zukunft. Dafür hat das Familienunternehmen mehr als eine halbe Milliarde Euro in den Standort und Firmensitz Aalen-Neukochen investiert – und seine Papierfabrik komplett neu ausgerichtet. Das Herzstück: eine hochmoderne Wellpappenrohpapiermaschine, die größte ihrer Art weltweit, mit einer Kapazität von 750.000 Tonnen pro Jahr und damit einer doppelt so hohen Produktionsmenge wie bisher.

„Möglichst viele Verkehre auf die Schiene bringen“

Natürlich müssen die größeren Fertigungsmengen irgendwie aus dem Werk transportiert werden. Aus diesem Grund lag bei der Neukonzeption der Fabrik ein bedeutender Fokus auf den Themen Umwelt, Verkehr und Infrastruktur. Und genau hier kommt DB Cargo ins Spiel. „Wir haben uns dazu entschieden, einen neuen Gleisanschluss zu bauen und möglichst viele unserer Transporte auf die Schiene zu verlagern“, berichtet Dr. Wolfgang Palm, Geschäftsführer der Papierfabrik Palm, „damit wollen wir künftig zum einen die Verkehrsbelastung rund um unser Werk reduzieren und zum anderen unseren unternehmerischen Nachhaltigkeitsgrundsätzen gerecht werden. Eine umweltgerechte und -verträgliche Papierproduktion hat für uns oberste Priorität – dazu zählt schließlich auch der Transport.“ Dem kann sich Marc van der Las, Head of Sales Waste Logistics bei DB Cargo, nur anschließen: „Wir freuen uns sehr, dass Palm als inhabergeführtes Unternehmen ein derartiges Zeichen setzt und mit dem neuen Gleisanschluss in Aalen eine langfristige Entscheidung für die Schiene trifft. Das ist eine Botschaft, das ist eine Ansage.“ Denn Fakt ist: Güterzüge verursachen rund 80 Prozent weniger CO₂-Ausstoß als Lkw. Damit können durch einen Transportmittelwechsel viele Tonnen CO₂ eingespart werden – bei Palm werden das bedingt durch den neuen Gleisanschluss ab dem Werk Aalen 3.100 Tonnen CO₂ im kommenden Jahr sein, mit deutlichem Ausbaupotenzial. Der Gleisanschluss verfügt dabei über zwei Gleise – ein 200 Meter langes Gleis für Reststoff- und ein 220 Meter langes Gleis für Papiertransporte, auf dem bis zu neun Wagen Platz finden.

Pro Woche fahren 15 bis 20 Wagen mit Papierrollen von Aalen zum Hafen nach Amsterdam sowie acht bis zehn Wagen in andere Palm-Werke.


Bestens bewährt: bereits langjährige Kooperation

Die Zusammenarbeit von DB Cargo und der Palm-Gruppe fußt bereits auf einer langjährigen Beziehung. Seit vielen Jahrzehnten wickelt DB Cargo für die Palm-Fabriken in Wörth am Rhein und in Eltmann bei Bamberg Schienentransporte ab, bis 2016 auch über den alten Gleisanschluss am Hauptsitz in Aalen-Neukochen. „Seit Jahren gab es keine Schienentransporte mehr ab Aalen. Der neue Gleisanschluss ermöglicht es uns, die Schienentransporte von dort wieder neu aufleben zu lassen und die Partnerschaft mit Palm deutlich auszubauen“, freut sich Justyna Eberhard, Key Account Managerin bei DB Cargo – und gibt einen Ein- und Ausblick auf die Zahlen: „Der Transport über den neuen Palm-Gleisanschluss ist gerade erst Ende Oktober angelaufen. Derzeit fahren wir pro Woche 15 bis 20 Wagen mit Papierrollen von Aalen zum Hafen nach Amsterdam sowie acht bis zehn Wagen in andere Palm-Werke.“ Über das Jahr gesehen kommen ab Aalen so knapp 90.000 Tonnen Transportmenge zusammen.

Weiterer Ausbau in Planung

Perspektivisch sollen bis zu 18 Wagen täglich abgefahren werden, was einer Menge von 45 Lkw-Ladungen entspricht. „Es sind aber schon Intensivierungen in Planung, um weitere Potenziale, auch mit anderen Gütern, auszuschöpfen“, weiß Marc van der Las. Bezogen auf die Papiertransporte führt Justyna Eberhard aus: „Betrachtet man die Gesamtverkehrsmenge, die DB Cargo für alle drei Palm-Fabriken transportiert, dann steigern wir durch den neuen Gleisanschluss die Transportmenge von 75.000 auf 150.000 Tonnen Papier.“ 

Über die Palm-Gruppe

Die Papierfabrik Palm wurde 1872 in Aalen gegründet und befindet sich seither in Familienbesitz – aktuell in der vierten Generation. Die Unternehmensgruppe fertigt in ihren fünf Fabriken und 28 Wellpappenwerken jährlich rund 2,7 Millionen Tonnen Papiere an. Damit zählt Palm zu den führenden Unternehmen der europäischen Papierindustrie. 

Schon seit je stellt das Unternehmen seine Erzeugnisse ausschließlich aus ausgesuchtem Altpapier in umweltschonenden Verfahren her. Und auch sonst ist das Thema Nachhaltigkeit essenziell für das Selbstverständnis der Palm-Gruppe. Bestes Beispiel: die Errichtung der neuen Papierfabrik am Hauptsitz in Aalen-Neukochen, die im Juli 2021 in Betrieb ging und Trendsetter für noch niedrigere Flächengewichte bei Wellpappenrohpapier und weitere ökologisch sinnvolle Einsparungen bei Verpackungen aus Wellpappe ist. Dafür wurde Palm erst kürzlich mit dem dritten Platz des Umwelttechnikpreises Baden-Württemberg 2021 ausgezeichnet.

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Justyna Eberhard

Key Account Managerin DB Cargo AG