DB Cargo fragt: Bahntechnikexperte Andreas Oetting

Er entwickelt Verfahren, die den Schienenverkehr beim digitalen Erneuerungsprozess wissenschaftlich voranbringen.

Welche Potenziale stecken in der Digitalisierung des Schienengüterverkehrs?
Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist in der Regel sehr gut – und zwar sowohl für die Produktion als auch für die Kundenschnittstelle. Die Digitalisierung ermöglicht es insbesondere, Kundenbedürfnisse besser adressieren und neue Dienstleistungen anbieten zu können. Aber Digitalisierung beginnt nicht erst heute. DB Cargo hat schon sehr viel erreicht und viel digitalisiert, insbesondere die Kernprozesse wie die Zugfahrt und das Rangieren.

Prof. Dr.-Ing. Andreas Oetting forscht am Institut für Bahnsysteme und Bahntechnik der TU Darmstadt.
Prof. Dr.-Ing. Andreas Oetting forscht am Institut für Bahnsysteme und Bahntechnik der TU Darmstadt.


Welche Meilensteine sollten in den nächsten Jahren erreicht werden?
Der nächste logische Schritt ist, auch die vor- und nachgelagerten Prozesse zu digitalisieren. Denn diese haben auf Kernprozesse große Auswirkungen. Auch sollten Architekturen von digitalen Systemen modularer werden, damit sie schnell und kostengünstig an sich ändernde Nutzeranforderungen angepasst werden können. Ein weiterer Trend: Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter wird digitaler, sie können Simulator fahren oder von zu Hause aus lernen.

Wie schnell können wichtige Strukturen und Prozesse umgesetzt werden?
Grundsätzlich ist es möglich, Neuheiten binnen eines Jahres auf den Markt zu bringen. Wir am Institut bekommen Prozesse schnell praxisreif. Wir arbeiten dann eng mit Stakeholdern zusammen, richten die Innovationen nach ihren Bedürfnissen aus und justieren, wenn nötig, noch mal nach.

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