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Seit 2009 ist der Konzernsitz von Unilever Deutschland das Unilever-Haus in der Hamburger Hafen City.

Jeden Tag verwenden 2,5 Milliarden Menschen weltweit die Produkte von Unilever. Der niederländisch-britische Konzern führt mehr als 400 Marken und ist damit einer der bedeutendsten Markenartikelhersteller der Welt. In sieben von zehn deutschen Haushalten findet sich mindestens ein Unilever-Produkt –wenn die Lieferkette stimmt. Damit die just in time ist, beginnt die Arbeit für Logistiker wie DB Cargo lange vor dem eigentlichen Transport.

Kaum etwas scheint heutzutage so abwegig wie die Vorstellung leerer Regale in Supermärkten und Discountern. Die ständige Verfügbarkeit von Waren wird von den meisten Kunden schlicht vorausgesetzt. Besonders Konsumgüter müssen permanent verfügbar sein. Fehlen die Produkte des täglichen Bedarfs, ist das sofort spürbar – am deutlichsten bei Lebensmitteln. Hersteller und Logistikunternehmer stellt das gleichermaßen vor immense Herausforderungen, die nur gemeinsam zu bewältigen sind.

Auch für einen erfahrenen Logistiker wie DB Cargo, immerhin Europas größte Güterbahn, ist ein Transport für einen der weltweit größten Produzenten von Verbrauchsgütern ein komplexes Projekt. Für jeden neuen Verkehr findet deshalb ein intensiver Austausch zwischen den Experten auf beiden Seiten statt. Das Ergebnis: Seit November 2018 fährt DB Cargo auf dem Korridor Heilbronn–Norddeutschland für das Markenunternehmen einen neuen Verkehr im Segment Food. Heilbronn ist der zentrale Distributions-Hub für Lebensmittel des Konzerns in Deutschland.


  

"Für uns ist der Standort Heilbronn Dreh- und Angelpunkt für unser Lebensmittelgeschäft in Deutschland – deswegen brauchen wir hier auch einen verlässlichen Logistikpartner.“

- Christian Heinrichs, Logistikmanager, Unilever Deutschland


Den Hub in Heilbronn gibt es bereits seit 46 Jahren, seit einigen Jahren setzt der Konzern bei der Verteilung der Waren wieder vermehrt auf die Schiene.

Für den neuen Verkehr bedeutet das konkret: An Bord sind unter anderem Tütensuppen und Kartoffelknödel von bekannten Unilever-Marken wie Knorr und Pfanni. Auch wenn es sich dabei nicht um schnell verderbliche Ware handelt, muss die Lieferkette über viele Stationen nahtlos ineinander greifen, um die Laufzeitanforderungen des Handels zu erfüllen –eine logistische Herausforderung, der sich Key Account Manager Karsten Rotter von DB Cargo mit seiner Erfahrung als Berater gerne stellt.

Partnerschaftliche Beratung von Anfang an

Bei diesem Logistikkonzept sorgen wir nicht nur für den Schienentransport der Waren vom Railport Heilbronn bis zum DB Cargo-Logistikzentrum Maschen, sondern haben auch die Steuerung der Vor- und Nachlauftransporte per Lkw sowie den Umschlag der Güter in die Hand genommen – von der Übernahme der Waren am Unilever-Distributionszentrum Heilbronn bis zur Anlieferung in die Verteilzentren der verschiedenen Einzelhandelskunden und Supermarktketten“, sagt Rotter. „Dabei handelt es sich um einen sehr zeit- und mengenkritischen Verkehr, den Unilever uns anvertraut hat.

Erste Gespräche haben wir bereits 2012 geführt. Darauf aufbauend haben wir gemeinsam ein intermodales Konzept erstellt, das zur damaligen Zeit im Fast-Moving-Consumer-Goods-Bereich (FMCG) einmalig war. Kurze Dienstwege und die partnerschaftliche Atmosphäre haben uns darin bestätigt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, weshalb wir dieses Konzept weiter fortführen und noch ausbauen wollen“, bekräftigt Johannes Herrmann, verantwortlich für Kundentransporte, Unilever Deutschland.

Mit dem neuen Auftrag ist DB Cargo für die Verteilung von Teil- und Komplettladungen ab dem Food Distribution Center in Heilbronn bis zu den Verteilzentren der Unilever-Kunden in die nördlichsten und entferntesten Regionen zuständig. „Von dort aus beliefern die jeweiligen Händler dann ihre Filialen eigenständig, zum Beispiel einen Supermarkt in Kiel oder einen Discounter in Hamburg“, erläutert Key Accounter Rotter.
Einmal täglich erhalten die zuständigen Kollegen bei DB Cargo die Transportaufträge von Unilever mit der Aufstellung des jeweiligen Bedarfs der Handelskunden. Unilever stellt die Orders im Food Distribution Center selbst zu Paletten zusammen und zur Abholung bereit. „Die Kollegen im Control-Tower in Freilassing buchen dann über Onlineplattformen schon ein Zeitfenster für die Anlieferung per Lkw im jeweiligen Verteilzentrum des Handelskunden“, erläutert Karsten Rotter den Vorgang.

In Maschen greift DB Cargo dafür auf einen Pool an erfahrenen Speditionspartnern zurück, die jeweils unterschiedliche Postleitzahlgebiete bedienen. Diese fest definierten Entladezeitpunkte beim Handelskunden, zu denen der Lkw da sein muss, sind kritisch, damit die Ware abgenommen wird. „Das Zeitfenster für den Lkw-Nachlauf in Maschen können wir nur deshalb bereits bei Annahme des Auftrags buchen, weil der Schienenhauptlauf so zuverlässig und stabil läuft.“ Die unterjährigen saisonbedingten Volumenschwankungen stellen ebenfalls eine zusätzliche operative Herausforderung dar. „Damit pünktlich zu Beginn der Spargelsaison die Knorr Sauce Hollandaise in ausreichend großen Mengen beim Handel in den Regalen steht, muss kurzfristig ein Vielfaches der durchschnittlichen Mengen verschickt werden“, führt Christian Heinrichs weiter aus.

Genau dieser Herausforderung stellen sich die Kollegen im Control-Tower jeden Tag“, sagt Karsten Rotter nicht ohne Stolz. Doch die Mitarbeiter im Tower bilden aus unterschiedlich großen Teilladungen nicht nur Komplettladungen, die per Güterwagen gefahren werden. Im Bedarfsfall werden parallel auch Mengen mit dem Lkw transportiert. Gerade diese umfassende Logistikherausforderung ist es, die Karsten Rotter an Unilever so schätzt. „Die meisten bringen uns nur mit Schienentransporten in Verbindung. Doch mit dieser Kundenlösung zeigen wir, dass wir ein Full-Service-Dienstleister sind.

Und weil im Bereich der sogenannten Fast Moving Consumer Goods jede Minute zählt, setzt das von Rotter und seinen Kollegen entwickelte Transportkonzept beim Hauptlauf auf der Schiene auf den Nachtsprung.

Nachtsprung als Basis des Transportkonzepts

Die Praxis sieht so aus: Die Unilever-Kunden bestellen im Food Distribution Center in Heilbronn. Am Vormittag wird die Bestellung im Lager kommissioniert und per Lkw-Vorlauf zum Railport in Heilbronn transportiert. Dort wird die Ware auf Güterwagen umgeladen und startet gegen 18.00 Uhr Richtung Maschen. Die Züge fahren die ganze Nacht hindurch und kommen am frühen Nachmittag an, wo die Ware für die letzte Meile auf den Lkw umgeladen wird und so zu den Verteilzentren der Handelskunden gelangt. Je Güterwagen stehen dabei 44 Palettenstellplätze zur Verfügung: bei drei Güterwagen insgesamt 132 Plätze, die mit den verschiedenen Teilladungen optimal ausgelastet werden können. Das entspricht vier Lkw, die nicht über die Straße rollen. Und das fünfmal die Woche.

Der Nachtsprung ist bei dieser klassischen Door-to-door-Lösung die Voraussetzung, um die Laufzeitanforderung von 48 Stunden halten zu können.

- Karsten Rotter, Key Account Manager, Sales & Operations
Center Consumer Goods, DB Cargo


48 Stunden, bis die Waren in den Hochregalen der Handelslager liegen? Insbesondere der Bereich FMCG ist ein äußert zeitsensibles Segment in der Logistik. Bei Unilever läuft das reibungslos. Das kann Johannes Herrmann nur bestätigen: „Die Lieferungen auf der Schiene sind für uns fast genauso flexibel planbar wie entsprechende Verkehre auf der Straße, dabei aber um einiges verlässlicher, wenn es um Verkehrsstaus oder die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten geht.“

Für DB Cargo ist dieser Verkehr ein weiterer Schritt hin zum Lead Logistics Provider (LLP), der die gesamte Logistikkette in einer Hand hat – und mit Just-in-time-Verkehren etwaige Störungen per Lkw-Back-up problemlos abfedern kann. „Gerade wenn Waren in den Handel gehen, wird es zeitkritisch“, sagt Stephanie Reinert, Leiterin Sales & Operations Center Consumer Goods bei DB Cargo. „Hier müssen wir schnell sein, um mithalten zu können. Mit dem multimodalen Logistikzentrum in Maschen ist das kein Problem.

Logistikzentrum Maschen: Hub für Service und Zusatzleistungen

Verkehrsgünstig gelegen, mitten in Europas größtem Rangierbahnhof, sind eine rasche Abwicklung sowie individuelle Serviceleistungen möglich, wovon Unilever als Kunde profitiert. Karsten Rotter: „Es kann natürlich sein, dass eine Palette während des Transports von Heilbronn nach Maschen durch Umladeaktivitäten beschädigt wird. Dann können wir in Maschen unterstützen, sei es mit einer Zurechtladung oder Neufolierung, damit dann die Ware in tadellosem Zustand beim Handel angeliefert werden kann.

Darüber hinaus können in Maschen ankommende Waren bei Bedarf auch zwischengelagert werden. Karsten Rotter: „Normalerweise lässt unsere Zeitschiene so etwas nicht zu, weil wir in diesem Logistikzentrum reines Crossdocking betreiben. Sprich, die Ware kommt rein und geht danach sofort auf den Lkw. Doch im Bedarfsfall können wir Waren für einige Stunden zwischenlagern.

Nachhaltiger Service für positive CO2-Bilanz bis 2030

Eine wesentliche Anforderung von Unilever an den neuen Verkehr war die Nachhaltigkeit des Transportkonzepts bei gleichzeitiger Wirtschaftlichkeit – das musste bereits im Vorfeld in der Beratungsleistung aufgegriffen und  umgesetzt werden. Basierend auf dieser Vorgabe entwickelten Karsten Rotter und seine Kollegen ein maßgeschneidertes Logistikkonzept: „Gemeinsam mit den Kollegen im Control-Tower haben wir deshalb für Unilever ein kundenspezifisches Konzept zur Laderaumoptimierung entwickelt.“

Und weil das Konzept so gut funktioniert, baut das Unternehmen seinen Schienenanteil in der Logistik nun stetig aus und kann die zurückgelegten Lkw-Kilometer somit reduzieren.


  

„Durch die von uns angebotene multimodale Transportlösung mit den Lkw-Vor- und -Nachläufen und dem Hauptlauf per Schiene haben wir beim Gesamttransport eine deutliche CO2-Einsparung für die komplette Transportkette realisiert.“

- Stephanie Reinert

Der Hauptlauf auf der Schiene verursacht etwa 77 Prozent weniger CO2-Emissionen als ein vergleichbarer Transport auf der Straße.“ Unilever will bis 2030 eine positive CO2-Bilanz in der Produktion und Verwaltung erreichen und die Umweltbelastungen halbieren, die durch die Herstellung, den Transport und die Verwendung seiner Produkte entstehen. Viel Zuspruch für die Schienenstrategie komme außerdem direkt aus dem Markt und von anderen Konsumgüterherstellern, berichtet Karsten Rotter. Er sieht darin eine Bestätigung der eingeschlagenen Richtung.

Mehr als Zug fahren

Der Transport für Unilever macht deutlich: Die Arbeit bei Europas größter Güterbahn beginnt, lange bevor die Wagen überhaupt rollen – Stichwort: Beratung. Und auch am Gleisende ist für die Logistiker von DB Cargo noch lange nicht Schluss – dort fangen die Zusatzleistungen oft erst richtig an. Und Service wird ohnehin von Anfang bis Ende großgeschrieben. Dank den vier Säulen, dem kompletten Leistungsspektrum, ist DB Cargo schon heute häufig ein essenzieller Bestandteil der Lieferketten seiner Kunden.