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Die Unerschrockene

Charlotte Breckheimer sorgt bei der DB Cargo BTT dafür, dass die Bahn ein zuverlässiger Partner der Chemiebranche bleibt.

Sie arbeitet mit zeitkritischen Verkehren, hantiert mit Gefahrgütern und zeigt, wie man in der Krise umsichtig und flexibel handelt. Das hohe Ansprüche an die Sicherheit in der Praxis bedeuten, das hat Charlotte Breckheimer selbst erlebt. Nach viereinhalb Jahren in der Automotive-Branche wechselte die Logistikerin zur Chemie. Seit anderthalb Jahren hat die Key Accounterin bei DB Cargo BTT mit zeitkritischen Verkehren zu tun, muss mit Gefahrgütern umgehen und Herausforderungen meistern. „Wir arbeiten an einer sensiblen Schnittstelle zwischen verschiedenen Industriepartnern, zwischen Fertigungsschritten oder zwischen Produzenten und Kunden. Das ist eine große Verantwortung“, erklärt die 35-Jährige. Sie ergänzt: „Und ein fantastisches Gefühl – wenn alles reibungslos läuft.“

Umsichtige Reaktionen

Und wenn es nicht reibungslos läuft? Dann kommt es auf fachliche und menschliche Qualitäten an. Ihre wortwörtliche Feuertaufe absolvierte Charlotte Breckheimer bereits nach einem halben Jahr auf ihrer neuen Stelle. Damals erfuhr sie, was es für ein Unternehmen bedeuten kann, wenn viele seiner Güter wegen ihrer hohen Gefahrstufe gar nicht anders als auf der Schiene oder per Binnenschiff transportiert werden dürfen. Bei einem Kunden brach ein Großbrand aus, und Charlotte Breckheimer bewies allen, wie flexibel die Güterbahn agieren kann. Nicht nur hielt sie trotz des Ausfalls der Oberleitungen die Verkehre aufrecht, indem sie kurzerhand Dieselloks einsetzte – sie leitete mit den zuständigen Stellen bei DB Cargo und beim Kunden die Verkehre auf andere Strecken um und half schnell und unbürokratisch anderen Eisenbahnunternehmen bei der Ver- und Entsorgung ihrer Züge. Und als ob das alles nicht genug gewesen wäre, fielen auch noch die Binnenschiffe als Verkehrsträger aus. Sie konnten nicht mehr anlegen, die Produktion drohte zu kollabieren. Charlotte Breckheimer handelte – und sorgte mit dafür, dass die Mengen in den Einzelwagenverkehr von DB Cargo eingesteuert werden konnten.

Vertraut mit Gefahrgütern

Spricht man sie heute auf diesen Kraftakt an, dann referiert sie mit einer Selbstverständlichkeit die Fakten, als gehörten auch solche Aufgaben zu ihrer alltäglichen Arbeit. Das hat seinen Grund: In der Chemiebranche genießt das Thema Sicherheit allerhöchste Priorität. Der Umgang mit Gefahrgütern, mit Kesselwagen, mit Ventilen und Anschlüssen wird trainiert, bis jeder ihn im Schlaf beherrscht. Als Charlotte Breckheimer bei der BTT als Key Accounter anfing, durchlief sie erst einmal ein Seminar, das sie mit Gefahrgütern vertraut machte. Da erfuhr sie, welche Gefahrgutklassen es gibt, wie Gase auf Hitze reagieren, wie Stoffe und Gegenstände klassifiziert werden und welche Pflichten zur Kennzeichnung und Dokumentation bestehen. Zuvor hatte sie für die Automobilbranche den Transport von Fertigfahrzeugen organisiert. Dabei kam es darauf an, Züge zuverlässig quer durch ganz Europa zu leiten, oftmals nach Spanien, wo die Wagen an der Grenze umgeachst werden müssen, um weiter auf der iberischen Breitspur zu laufen. Diese Erfahrungen zum interdisziplinären Denken und zur stringenten Kommunikation mit den verschiedenen Teams quer durch Europa helfen ihr auch heute bei der BTT. Shuttlezüge verbinden Chemie-Cluster in ganz Europa, und wenn ein Kunde die Bahnspedition bucht, dann organisiert Charlotte Breckheimer oder einer ihrer Kollegen im Zweifel auch den Vorund Nachlauf auf der Straße. Denn die BTT ist auf dem Sprung. Die Chemieschwester von DB Cargo entwickelt sich derzeit zur Bahnspedition mit Fokus auf der Schiene. Kunden, die verkehrstr.gerübergreifende Logistiklösungen entwickeln und Optimierungspotenziale ausmachen wollen oder gleich einen Lead Logistics Provider suchen, gewinnen mit der BTT einen Partner für die gesamte Supply Chain, inklusive Containerlogistik, Kesselwagenmanagement sowie zahlreiche Services rund um Transport, Equipment und Beratung.

Bahn ist die Lebensader der Branche

Dass der Eisenbahnverkehr die Lebensader der Chemiebranche ist, erfährt Charlotte Breckheimer jeden Tag. Unter ihren 130 Kolleginnen und Kollegen der BTT fühlt sie sich gut aufgehoben. Nur wenn sie mit branchenfremden Leuten über ihren Job spricht, stellt sie oft fest, dass die große Bedeutung der Chemie im Alltag vielen Menschen nicht bewusst ist. „Wer weiß schon, dass bei mehr als 90 Prozent aller täglich genutzten Produkte in der Herstellung chemische Erzeugnisse verwendet werden?“ Nun freut sie sich bereits auf die nächsten Rail Safety Days, die im Oktober 2017 beim Chemiekunden Evonik stattfinden. Dass sie dort eine Menge über den Umgang mit Gefahrgütern auf der Schiene lernen wird, sei sicher wichtig, sagt sie. „Aber ich freue mich mindestens genauso sehr auf den Austausch mit den Kollegen aus der Branche.“