Eurasischer Korridor: klimafreundlich von und nach China

Seit mehr als zehn Jahren verlagern wir Güterverkehre von und nach Asien auf die Schiene.

Nach einem kurzen Knick hat sich der Handel zwischen China und Europa während der Pandemie wieder deutlich belebt. Auch 2020 war China – zum fünften Mal in Folge – Deutschlands wichtigster Handelspartner. Der Eurasische Korridor ist für beide Wirtschafträume von strategischer Bedeutung. Und die Schiene wächst mit. Qualitativ, ökölogisch und ökonomisch. Kein Verkehrsmittel ist auf der Langstrecke so emissionsarm wie die Schiene. Der Güterzug verursacht im Vergleich etwa 95 Prozent weniger CO2-Emissionen als das Flugzeug und fast 70 Prozent weniger als der Lkw. Containerschiffe sind vergleichbar im Ausstoß, dafür aber sehr viel langsamer. Diese Vorzüge befeuern das Interesse an der Schienenverbindung zwischen China und Europa. Der druckvolle Ausbau der Korridore verkürzt die Transitzeiten weiter. Aktuell liegen die Fristen von Terminal zu Terminal bei 14 bis 18 Tagen. Das hat sich auch während der Pandemie positiv bemerkbar gemacht: Der Schienengüterverkehr konnte Pandemieschutzartikel schnell, ökologisch und bis zu zehnmal günstiger als per Luftfracht nach Europa transportieren. Das war ein Schritt mehr in die Richtung, die Schiene auch auf dieser Destination wettbewerbsfähig zu präsentieren – sie ist in der Organisation internationaler Logistikketten zukünftig auch auf dem Weg nach China nicht mehr wegzudenken.

Leistungsfähig auch in der Krise

Über 12.000 Züge fuhren 2020 auf dem Eurasischen Korridor – rund 3.000 mehr als im Vorjahr. Laut chinesischer Statistik hat sich der Wert der transportieren Waren in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 um rund 50 Prozent erhöht. Rund 5.000 Züge fuhren die ganze Strecke von China nach Europa, rund 3.800 von Europa nach China. Blockzüge haben trotz Corona-Pandemie ein Wachstum erzielt und damit einen bedeutenden Beitrag zur stabilen Wirtschaft sowohl Chinas als auch Europas geleistet.

Luft nach oben

Trotz beeindruckender Steigerungen: Bislang laufen nur drei Prozent des Güterverkehrs von und nach China über die Schiene. DB Cargo will die Transportkapazitäten deshalb weiter erhöhen. „Die Deutsche Bahn hat 2020 mehr als 200.000 TEU auf dem Eurasischen Korridor befördert. Für 2025 haben wir uns als Ziel die 500.000-TEU-Marke gesetzt“, erklärt Dr. Carsten Hinne, Senior Vice President Korridorentwicklung/Eurasischer Korridor und CEO DB Cargo Eurasia, die Schritte in die Zukunft.


Im Hafen von Shanghai wurden 2020 rund 43,5 Millionen Container umgeschlagen. Quelle: Oliver Lang

Papierloser Transport mit Blockchain

Gemeinsam mit DB Systel und der Deutschen Bahn International Affairs entwickeln wir Methoden, um die Transportwege zwischen Asien und Europa weiter zu verkürzen. Im September 2020 hat das Konsortium in einem Treffen mit weiteren Mitgliedern des 7-Bahnen-Agreements die Digitalisierung der Transporte auf dem Eurasischen Korridor diskutiert. Ein Weg könnte die Blockchain-Technologie werden. Damit wäre es unter anderem möglich, die Transporte komplett papierlos durchzuführen, was neben Zeiteinsparung und Qualitätsverbesserung eine Optimierung der Transportprozesse und eine erhöhte Attraktivität des Schienenverkehrs für die Kunden verspricht.

DB Cargo Eurasia

Seit mehr als zehn Jahren arbeiten wir daran, Güterverkehre von und nach Asien auf die Schiene zu verlagern. Wir sind Pioniere – schon 2008 starteten unsere ersten Container von China nach Europa, konkret von Xiangtang nach Hamburg. Heute sind daraus mehr als zehn Rundläufe wöchentlich geworden, mit denen wir große Industriezentren in China und Europa bedienen. Wir organisieren und betreuen als DB Operator für unsere Kunden die gesamte Strecke bis zur chinesischen Grenze. Wir arbeiten hier gemeinsam mit DB Cargo Russija, die ihren Sitz in Moskau hat, und der im Aufbau befindlichen DB Cargo Transasia mit Sitz in Shanghai.


Shanghai ist eine der größten Städte der Welt. Quelle: Oliver Lang

Unseren Kunden bieten wir Terminal-zu-Terminal-Transporte, aber auch maßgeschneiderte Door-to-door-Services. Unser Leistungsportfolio erweitern wir ständig – auch in Zusammenarbeit mit chinesischen Logistikplattformen. Gerade bei den transeurasischen Transporten können die Wertschöpfungsketten sehr lang sein. Die All-in-Leistung aus einer Hand anzubieten, bringt hier besondere Vorteile und kann die Wirtschaftlichkeit des Transportes verbessern.

DB Cargo Eurasia in Zahlen:

  • Rekordergebnis 2020:
    Mit 115 Mio. EUR haben wir unseren Umsatz gegenüber 2019 verdoppelt.
    Innerhalb von zwei Jahren haben wir unseren Umsatz mehr als verzehnfacht.
  • Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen DB Cargo Eurasia: 66
  • Büros: Deutschland: Berlin, Frankfurt am Main; Polen: Małaszewicze; Russland: Moskau; China: Shanghai, Xi’an und Dalian


Dr. Carsten Hinne im Video zu den Schritten in die Zukunft.

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