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Bildmontage Designerstuhl und Kartenauschnitt

Neu kombiniert

Intermodal ist Europa. Wie schwedische Möbel von Thüringen in die Schweiz kommen.

 

Intermodalen Verkehren gehört die Zukunft – davon ist man nicht nur bei DB Cargo überzeugt. Immer mehr Kunden setzen auf die intelligente Verknüpfung von Verkehrsträgern, um Zuverlässigkeit, Nachhaltigkeit und Flexibilität miteinander zu verbinden. Zum Beispiel die Spedition Gartner, die mit DB Cargo und Amberrail ein Konzept für effiziente Bahnverkehre für einen schwedischen Möbelhersteller aufgesetzt hat. 

Nun fahren seit April 2019 jede Woche sechs Züge durch Deutschland und verbinden die thüringische Hauptstadt Erfurt mit dem Terminal Basel. Die Fracht an Bord der Züge ist für den Schweizer Markt bestimmt. „Wir konnten mit DB Cargo unser ganzheitliches Intermodalkonzept umsetzen, was permanente Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit erfordert, um die Verkehre für unseren Kunden auf die Schiene zu bringen“, sagt Jochen Weber von Gartner.


Verteillager in Erfurt


„Wir haben für den Kunden ein sehr gut funktionierendes geschlossenes Zugsystem konzipiert, über das er eigenverantwortlich verfügt und entscheidet“, erläutert Martin Ritterhaus, Leiter Accounts Carrier Sales, DB Cargo AG. In Erfurt befindet sich ein großes Verteillager des Möbelherstellers, das Ware aus Übersee und angrenzenden Ländern aufnimmt und je nach Bestimmungsort neu verteilt. Die für die Schweiz bestimmte Ware wird in Erfurt in Container verladen und anschließend mit dem Lastwagen zum Bahnhof Erfurt Vieselbach gebracht. Dort starten die Züge dienstags und donnerstags mitten in der Nacht um 01:10 Uhr beziehungsweise freitagabends um 19:00 Uhr. 
Wenige Stunden später passieren die Züge den Knotenpunkt um Mannheim herum – dort herrscht besonders dichter Verkehr: Züge aus den Nordhäfen auf ihrer Fahrt durch die Alpen nehmen die Rheintrasse genauso wie Züge, die Mittel- und Westeuropa in Frankreich verbinden. Von dort geht es mit derselben Lok und frischem Triebfahrzeugführer ans Ziel.

22 Wagen, mit je zwei Containern beladen, bringt der Ganzzug aus Erfurt nach Basel. Im Grenzbahnhof Weil am Rhein muss die Ware verzollt werden, weil die Schweiz nicht Mitglied der Europäischen Union ist. Ab dem Terminal Basel werden die Container auf Lastwagen umgeschlagen und anschließend zu den vielen Verteillägern des Kunden in der Schweiz gebracht. Den Lkw-Vor- und -Nachlauf organisiert der Kunde eigenverantwortlich bis ans Ziel. 


Verlagerung auf die Schiene


„Wir verlagern mit diesem Konzept Verkehre nachhaltig von der Straße auf die Schiene“, sagt Sylke Hußmann, Leiterin Carrier Sales Vertriebsbereich Intermodal DB Cargo. „Dadurch ersparen wir vielen Anwohnern zwischen Erfurt und Weil am Rhein jedes Jahr rund 12.000 Lastwagenfahrten – das ist wirklich beeindruckend.“ 
Auch der Kunde ist vom nachhaltigen Konzept angetan. „Zukünftig ist es denkbar, weitere Kunden nach diesem Modell von der Schiene zu überzeugen“, sagt Martin Ritterhaus.