Schneller über die Grenze

Mit Mehrsystemloks und zweisprachigen Lokführern verbessert DB Cargo die Leistungsqualität bei Grenzübertritten innerhalb Europas.

Trotz des einheitlichen Binnenmarkts bleibt die EU beim Schienenverkehr aufgrund der unterschiedlichen Strom- und Sicherungssysteme der Bahnen ein Flickenteppich. Dank des Einsatzes von Mehrsystemloks und zweisprachigen Lokführern hat DB Cargo jetzt einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung der Leistungsqualität beim Grenzübertritt Deutschland–Belgien erreicht.

Fünf unterschiedliche Stromsysteme sind bei den europäischen Eisenbahnen derzeit im Einsatz. Eine Lokomotive von DB Cargo aus Deutschland kann deshalb nur grenzüberschreitend nach Österreich oder in die Schweiz fahren. Auch Norwegen und Schweden sind theoretisch mit Triebfahrzeugen erreichbar, die auf Wechselstrom mit einer Spannung von 15.000 Volt und einer Frequenz von 16 2/3 Hertz ausgelegt sind. Belgien gehört dagegen zur größeren Gruppe von Ländern, die ihr Netz mit 3.000-Volt-Gleichstrom betreiben und somit die Durchfahrt an die großen Seehäfen nur mit sogenannten Mehrfrequenzloks möglich machen. Dazu kommt die Anforderung, dass Lokführer die jeweilige Landessprache auf hohem Niveau beherrschen müssen.

Aufwendiger Wechsel
Im grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr von und nach Antwerpen, der vor allem für die deutsche Chemie- und Mineralölindustrie von sehr großer Bedeutung ist, musste deshalb in der Vergangenheit nicht nur die Lok, sondern auch der Triebfahrzeugführer an der Landesgrenze gewechselt werden. Eine Quelle für Fehler und Verzögerungen: Es müssen an der eigentlich nicht mehr vorhandenen Grenze eine Lok und ein Lokführer des jeweiligen Landes bereitstehen. Aber wenn der Zug aus welchen Gründen auch immer das vereinbarte Zeitfenster nicht trifft, werden in der Regel beide wieder abgezogen und anderweitig eingesetzt. DB Cargo hat diesen Knoten erfolgreich gelöst: Mit neu beschafften sogenannten Mehrsystemloks geht es reibungslos über die Grenze. Und auch die Lokführer pendeln zwischen Köln-Gremberg und Antwerpen Noord und nicht mehr nur bis zum Grenzpunkt Aachen. Dabei hilft uns auch die belgische Bahnlizenz von DB Cargo Belgium, die hier die internationale Traktion und den Einsatz von zweisprachigen Triebfahrzeugführern ermöglicht.



„Mit den Mehrsystemloks fahren wir zuverlässig und just in time – grenzüberschreitend.“

Charlotte Hieronimi, Senior Account Managerin bei DB Cargo BTT

Just in time
„Das freut unter anderem einen deutschen Chemieriesen, der sich genau das gewünscht und deshalb die bestehenden Verträge über Einzelwagen- und Ganzzugverbindungen zwischen seinen Standorten und dem Hafen Antwerpen vorzeitig verlängert hat“, wie Charlotte Hieronimi von DB Cargo BTT zu berichten weiß. Auch weitere Chemie- und Mineralölkunden von DB Cargo profitieren mit ihren regelmäßigen Verkehren davon. Die Züge transportieren Gefahrgüter wie Natronlauge oder Vinylacetat-Monomer (VAM) sowie Treibstoffe wie Diesel besonders sicher, zuverlässig und just in time.


Vom intermodalen Terminal in Ludwigshafen starten die Chemietransporte nach ganz Europa. Quelle: BASF

Mehrsystemloks
Da die verschiedenen Stromnetze wegen der hohen Investitionskosten auf absehbare Zeit nicht auf das von der EU-Kommission seit 2014 angestrebte Format von 25.000-Volt- und 50-Hertz-Wechselstrom umgerüstet werden, sind Mehrsystemloks derzeit die einzige Möglichkeit, grenzüberschreitende Verkehre für die Kunden effizienter abzuwickeln. DB Cargo besitzt bereits 100 dieser Triebfahrzeuge vom Typ Siemens Vectron, die jeweils mit mehreren sogenannten Länderpaketen ausgestattet sind und damit auch längere Strecken quer durch Europa bewältigen können. Damit erfüllt DB Cargo die hohen Kundenanforderungen und gewährleistet so auch die Sicherheit der kundenspezifischen Lieferketten.

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Charlotte Hieronimi

Senior Account Managerin, DB Cargo BTT

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