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Schienen auf Schienen

Bahnschienen aus Österreich werden künftig britischen Zügen den Weg ebnen. DB Cargo arbeitet zusammen mit dem Hersteller daran, die 108 Meter langen Metallteile sicher ans Ziel zu bringen.

Der Brexit und die damit verbundenen Unsicherheiten schweben weiterhin über den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Großbritannien und dem Rest der EU. Aber Firmen müssen dessen ungeachtet vorausschauend planen. So kommt es, dass der englische Infrastrukturbetreiber Network Rail derzeit Vorbereitungen für eine Ausschreibung über einen mehrjährigen Schienenliefervertrag trifft. Firmen, die an der Ausschreibung teilnehmen wollen, müssen nachweisen, dass sie Langschienen liefern können.

Der österreichische Schienenhersteller voestalpine Schienen GmbH stellt sich mit dem Partner DB Cargo dieser Herausforderung und führt derzeit Testlieferungen durch. Die Transporte starten in Leoben Donawitz, etwa eine Stunde nordwestlich von Graz gelegen. Dann geht es über Calais und durch den Euro-Tunnel nach Eastleigh – komplett unter der Regie von DB Cargo. Die ersten Tests verliefen erfolgreich, weitere werden in den kommenden Monaten folgen. Die regelmäßigen Lieferungen im Drei-Wochen-Rhythmus würden dann ab April 2020 starten.

Der Transport von Schienen auf der Schiene nach Großbritannien hält dabei verschiedene Herausforderungen bereit, berichtet Tim Eberhard, der bei DB Cargo den Kunden voestalpine betreut: „Mit 108 Metern Länge erstrecken sich die Schienen über sechs Güterwagen hinweg und müssen sich folglich in Kurven mitbiegen. Deshalb haben wir die Kurvenradien auf der Strecke gecheckt und auch getestet, was passiert, wenn wir in einer solchen Kurve anhalten.“ Bei den Testtransporten hat sich die Ladung dabei wie erwartet verhalten: problemlos.

Da die Wagenbreite in Großbritannien geringer ist als auf dem Kontinent, kommen zudem nur bestimmte Güterwagen für den Einsatz infrage. „Wir haben schon lange versucht, diese Verkehre zu bekommen und sind dieses Mal zuversichtlich, dass es klappt“, erklärt Eberhard. Die Langschienen können nur mit der Bahn wirtschaftlich transportiert werden.

Das Ziel Eastleigh wurde einst als Eisenbahnerstadt angelegt und profitierte im 19. Jahrhundert vom Bau eines Bahnhofs an der Strecke Southampton – Winchester. Später siedelten sich Wagen- und Lokomotiv-Hersteller an. Network Rail mit Hauptsitz in London unterhält in Eastleigh unter anderem eine Einheit für die Erneuerung der sogenannten Wessex Route, für die in den kommenden fünf Jahren zwei Milliarden Pfund (ca. 2,2 Mrd. Euro) zur Verfügung stehen.