Artikel: Railport Kędzierzyn-Koźle erweitert Bahnlogistik für Stahl und Metalle
Der Railport Kędzierzyn-Koźle liegt in der Woiwodschaft Opole in Südpolen und ist Teil des Sławięcice HUB. Der Standort befindet sich im Einzugsbereich der deutsch-polnischen Grenze sowie der Industriezentren in Schlesien.
Die Infrastruktur umfasst das Anschlussgleis von DB Cargo Spedkol mit einer Gesamtlänge von rund 50 Kilometern sowie Zugang zu einer Lkw-Waage. Über das Gleis in Sławięcice ist der Standort in das internationale Streckennetz eingebunden. Damit verfügt der Railport über die Voraussetzungen für kombinierte Bahn- und Straßentransporte mit durchgängiger Prozesssteuerung.
Stahlspulen im Regelverkehr „Schlesien“
Ein Schwerpunkt des aktuellen Umschlags liegt auf Stahlspulen aus verschiedenen europäischen Stahlwerken. Die Transporte erfolgen mit dem regelmäßigen Zug „Schlesien“, der von der polnisch-deutschen Grenze bis zum Eisenbahnhafen Kędzierzyn-Koźle verkehrt.
Nach Ankunft werden die Coils entladen und in der Lagerhalle eingelagert. Der aktuelle Bestand beträgt rund 2.500 Tonnen. Nach Eingang der Kundenbestellung organisiert der Standort die Verladung auf Lkw sowie die Distribution an die Endabnehmer. Transportdurchführung und Lagerprozesse werden vollständig vor Ort koordiniert.
Kupferspulen mit Zwischenlagerung
Kupferspulen werden per Straßentransport angeliefert, entladen und in der Halle zwischengelagert. Die Ware verbleibt im Lager, bis ein Transportauftrag des Kunden vorliegt. Erst dann erfolgt die Disposition und Weiterleitung.
Flachprodukte und Profile
Auch flaches Blech und Profile gehören zum aktuellen Portfolio. Die Anlieferung erfolgt per Lkw, die Lagerung in den Hallenflächen des Standorts. Von dort aus wird die Ware ebenfalls per Straßentransport an die Endkunden verteilt.
Einbindung in das TEN-T-Netz
Der Railport ist über das Gleis in Sławięcice an das TEN-T-Netz angebunden. TEN-T (Trans-European Transport Network) bezeichnet das transeuropäische Verkehrsnetz der Europäischen Union. Es definiert Kernkorridore, die zentrale Industrie- und Wirtschaftsräume Europas verbinden und vorrangig infrastrukturell ausgebaut werden.Vom HUB bestehen regelmäßige Verbindungen nach Schlesien sowie nach Süd- und Westeuropa mit Güterzügen von DB Cargo. Damit ist der Standort in grenzüberschreitende Transportketten integriert.
Ergänzende Leistungen
Zum Leistungsangebot zählt auch ein mobiler Wagenservice im Rahmen der Fahrzeugwartung. Dadurch können betriebliche Abläufe im Schienengüterverkehr unterstützt und Standzeiten reduziert werden.Darüber hinaus ist das Thema nachhaltiger Schienentransport relevant. Das Green Railway Zertifikat dokumentiert den Einsatz umweltfreundlicher Bahnlogistik und gewinnt insbesondere im industriellen Umfeld an Bedeutung.
Operative Funktion im deutsch-polnischen Güterverkehr
Durch die Lage zwischen Grenze und schlesischem Industrieraum übernimmt der Railport eine operative Schnittstellenfunktion im deutsch-polnischen Güterverkehr. Regelverkehre aus dem Grenzbereich werden mit Lagerhaltung und regionaler Distribution kombiniert.Die Verbindung aus Regelzugkonzept, Hallenkapazität, umfangreicher Gleisinfrastruktur und TEN-T-Anbindung schafft stabile Rahmenbedingungen für kontinuierliche Stahl- und Metallströme im grenzüberschreitenden Verkehr.