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Hochgeschwindigkeit, Automatisierung und Vernetzung

Mobilität der Zukunft: Forscher und Stadtplaner entwickeln Konzepte, wie Züge und Bahnhöfe in ein paar Jahrzehnten aussehen könnten

Drehscheiben, Hubs oder Umschlagstationen im Zentrum unserer Städte: Auf die Eisenbahn und ihre Bahnhöfe kommen gewaltige Änderungen zu. Denn die Menschen und Waren werden immer mobiler. Die Folge: Mehr Fahrgäste, mehr Züge, höhere Geschwindigkeiten und kürzere Intervalle. Zugleich wird der Platz in den schnell wachsenden Metropolen immer knapper. 
Schon heute arbeiten Forscher, Architekten, Stadtplaner und DB-Mitarbeiter an der Zukunft des Schienenverkehrs. Sie entwerfen Stationen, die flexibler, effizienter und vor allem intelligenter werden.  

Denkbar sind Bahnhöfe im Personenverkehr, die Teil eines größeren Gebäudekomplexes werden, in dem sich Büroräume, Wohnungen und Naherholungszentren finden. Die Bahnhöfe der Zukunft werden als zentrale Drehscheiben zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln immer wichtiger.  Fahrgäste pendeln schon in wenigen Jahrzehnten in autonomen Kabinen von einem Umsteigepunkt zum nächsten – mit Hochgeschwindigkeit. Kleinere Bahnhöfe wiederum werden zu belebten Zentren des öffentlichen Lebens. 

„Je mehr die Städte wachsen, desto dezentraler werden sie auch organisiert sein. Statt eines Zentrums wird es viele kleine geben, ähnlich wie schon heute in Berlin. Bahnhöfe könnten zum Herzstück dieser hyperlokalen Gemeinde werden“, sagt Johannes Zück von der DB. Er befasst sich in der Abteilung für Konzernstrategie mit dem Thema Smart City.

Fracht bis ins Stadtzentrum

Diese Veränderungen betreffen natürlich auch den Güterverkehr. Schon heute sind Güterzüge längst Hightech-Verkehrsmittel mit einem hohen Vernetzungsgrad. Künftig könnten sie noch intelligenter und effizienter werden.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zum Beispiel arbeitet beim Projekt „Next Generation Train NGT Cargo“ am Zug der Zukunft. „Wir wollen den Transport von Waren über Schienen flexibler, effizienter, pünktlicher – und damit attraktiver machen“, sagt Joachim Winter, Leiter des Projekts. Intelligente Einzelwagen mit eigenem Elektroantrieb könnten vom Kunden per App bestellt und automatisiert zu Zügen zusammengestellt werden. Digital gesteuerte Kupplungs- und Steuerungsprozesse verzahnen das Einzelwagennetzwerk mit konstant getakteten Ganzzügen. Das spart Zeit und Geld und erhöht die Anzahl der Züge, die im Netz unterwegs sein können. 

Dementsprechend verändern sich auch die Umschlagbahnhöfe. An offenen Gleisanschlüssen und in zentralisierten Logistikzentren werden diverse Ladungsträger automatisch be- und entladen. Selbst kleine Mengen an Fracht können zu angemessenen Kosten transportiert werden.

Hochautomatisiert werden die Ladungsträger auf der Schiene sogar bis zur letzten Meile geführt. In den Städten und Metropolregionen der Zukunft sind die Umschlagterminals an das unterirdische Schienennetz angebunden. Auf mehreren Ebenen wird die Fracht automatisch geladen oder auf andere Verkehrsträger umgeschlagen, während überirdisch das städtische Leben weitergeht.