Artikel: DB Intermodal Services und TFG Transfracht setzen auf mobile Hochleistungsladeinfrastruktur für E-Lkw
Die Elektrifizierung im Straßengüterverkehr schreitet technologisch voran – in der operativen Umsetzung bleibt die Ladeinfrastruktur jedoch ein limitierender Faktor. Gerade im kombinierten Verkehr treffen steigende Anforderungen an Ladeleistung auf bestehende Netzrestriktionen sowie aufwändige Genehmigungsprozesse.
Vor diesem Hintergrund setzen DB Intermodal Services und TFG Transfracht am DB IS-Depot in Großbeeren auf eine mobile Hochleistungslösung. Mit dem FleetBooster 40 des Start-ups FleetBoost wird dort erstmals eine Ladeinfrastruktur im Regelbetrieb eingesetzt, die unabhängig von klassischen Netzausbauprozessen funktioniert.
Im konkreten Einsatz zeigt sich der operative Mehrwert deutlich: Trotz eines vorhandenen Netzanschlusses von lediglich 100 kW werden Ladeleistungen von bis zu 800 kW erreicht. Grundlage ist ein mobiles Batteriespeichersystem mit integriertem Energiemanagement. Energie wird kontinuierlich aufgenommen und bei Bedarf mit hoher Leistung abgegeben, entkoppelt von der lokalen Netzkapazität.
Mobile Hochleistungsladeinfrastruktur im Praxiseinsatz: Der FleetBooster 40 ermöglicht das Schnellladen von E-Lkw unabhängig von der lokalen Netzkapazität am Standort Großbeeren.
Für den Betrieb im kombinierten Verkehr schafft dieser Ansatz zusätzliche Flexibilität im Vor- und Nachlauf. Ladeprozesse lassen sich planbar in eng getaktete Abläufe integrieren, ohne auf infrastrukturelle Anpassungen warten zu müssen. Neben E-Lkw können auch Umschlagsgeräte sowie Reefer-Container direkt vor Ort versorgt werden.
Ein zentraler Vorteil liegt in der Skalierbarkeit. Die mobile Lösung kann kurzfristig implementiert und entsprechend dem Flottenhochlauf erweitert werden. Gleichzeitig entfallen Investitionen in dauerhafte Netzinfrastruktur sowie langwierige Genehmigungsverfahren. Das reduziert Komplexität und erhöht die Umsetzungsgeschwindigkeit bei der Flottenelektrifizierung.
Der Einsatz in Großbeeren zeigt, wie sich bestehende Standortrestriktionen pragmatisch überbrücken lassen. Mobile Energiespeicher ermöglichen eine schrittweise Elektrifizierung unter realen Betriebsbedingungen und stärken damit die Leistungsfähigkeit des kombinierten Verkehrs sowohl im Vor- und Nachlauf der Schiene, sprich auf der ersten und letzten Meile auf der Straße. So können Transportprozesse flexibel und nachhaltig gestaltet werden, selbst wenn infrastrukturelle Einschränkungen bestehen.