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ABC des Güterverkehrs: Stellwerke Teil 2 – technische Entwicklung und digitale Steuerung

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  • Ende des Sliders
    12. Mai 2026, 13:05 Uhr

    Artikel: ABC des Güterverkehrs: Stellwerke Teil 2 – technische Entwicklung und digitale Steuerung

    Teil2 erläutert, wie Stellwerke von mechanischen Hebelwerken bis zu modernen digitalen Systemen weiterentwickelt wurden und welche Vorteile dies bringt.  

    In Teil 1 haben wir erklärt, wie Stellwerke Fahrstraßen sichern, Gleise überwachen und Züge konfliktfrei führen. Teil 2 beleuchtet nun, wie sich die Technik dahinter entwickelt hat – von den ersten mechanischen Systemen bis zu vernetzten, digitalen Stellwerken.

    Mechanische Stellwerke – die Anfänge

    Frühere Stellwerke arbeiteten rein mechanisch: Weichen und Signale wurden über Hebel und Drahtzüge direkt bedient, und die Gleisfreimeldung musste oft noch örtlich per Sichtkontrolle erfolgen. Der Stellbereich war klein, und der Bedienaufwand hoch, weshalb sich mechanische Stellwerke vor allem für einfache Betriebsstellen mit wenigen Weichen und geringer Zugzahl eignen.

    DB270793
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    Quelle: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

    Gleisbildstellpult eines Relaisstellwerks zur Überwachung und Steuerung komplexer Bahnhofsanlagen.

     

    Elektromechanische Stellwerke – erste Automatisierung

    Elektromechanische Systeme verbinden die mechanische Bedienung mit elektrischen Antrieben. Lampentafeln oder Anzeigen zeigen den Status von Weichen und Signalen, und je nach Bauart können technische Hilfen für Gleisfreimeldung vorhanden sein. Einfache elektrische Abhängigkeiten verhindern Fehlbedienungen, ermöglichen betrieblich größere Stellbereiche und reduzieren typische manuelle Bedienfehler.

    DB270777
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    Quelle: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

    Bedientisch mit Tastern und Meldefeldern zur Steuerung von Weichen und Fahrstraßen auf Basis elektromechanischer Relaistechnik.

    Relaisstellwerke – elektrische Logik für größere Bahnhöfe

    Relaisstellwerke nutzen fest verdrahtete elektrische Logik. Fahrstraßen werden automatisch gebildet, Gleisfreimeldung und Ausschlusslogik laufen weitgehend ohne manuelle Eingriffe ab. Schematische Gleisbildstellpulte geben einen Überblick über den Zustand der Gleise und machen Relaistechnik bis heute zur bewährten Lösung für mittlere und große Bahnhöfe mit dichtem Zugverkehr.

    Elektronische Stellwerke (ESTW) – zentral gesteuert und vernetzt

    DB2700810
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    Quelle: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

    Zentrale Steuerung im ESTW: Monitorarbeitsplatz zur Bedienung großer Stellbereiche mit rechnergestützter Sicherungslogik und integrierter Fernüberwachung.

    In elektronischen Stellwerken übernehmen Sicherheitsrechner die bisherige Relaislogik. Mehrere Bedienplätze erlauben die zentrale Steuerung großer Stellbereiche, Außenanlagen wie Weichen und Signale werden über Module angeschlossen, und Zustandsdaten können ferngelesen werden. Das erleichtert die zentralisierte Bedienung räumlich verteilter Anlagen und unterstützt eine schnellere Störungsdiagnose sowie die Entstörung.

     

     

    Digitale Stellwerke (DSTW) – IP-basiert und skalierbar

    DB231751
    DB231751
    Quelle: Deutsche Bahn AG / Sebastian Berger

    Modular aufgebaute Server und Technikschränke bilden die digitale Sicherungslogik und ersetzen klassische Stellwerkstechnik durch eine hochverfügbare, netzwerkbasierte Architektur.

    Digitale Stellwerke arbeiten mit IP-basierten, verteilten Systemen. Digitale Objektcontroller steuern Weichen, Signale und Bahnübergänge über gesicherte Netzwerke. Erweiterungen lassen sich mit geringeren Eingriffen in die sicherheitsrelevante Logik umsetzen. Damit sind DSTW besonders geeignet für komplexe Netzbereiche, in denen Skalierbarkeit und digitale Vernetzung entscheidend sind, und bilden die Grundlage für Automatisierung und – in Kombination mit ETCS – standardisierte, interoperable Schnittstellen im Korridorverkehr.

    Moderne Funktionen im Betrieb

    Die Grundprinzipien aus Teil 1 bleiben bestehen – werden aber durch moderne Technik schneller, größer und automatisiert:

    • Fahrstraßen werden nur freigegeben, wenn alle Sicherheitsbedingungen erfüllt sind.
    • Gleisfreimeldung erfolgt je nach Stellwerksart automatisch (Achszähler/Gleiskreise) oder durch örtliche Kontrolle.
    • Flankenschutz ist integraler Bestandteil der Fahrstraßensicherung und wird automatisch mit verriegelt.
    • Zustandsdaten ermöglichen Fernüberwachung, Ferndiagnose und planbare Wartung.

    So können auch stark frequentierte Knoten effizient und sicher betrieben werden.

    Die Stellwerksentwicklung zeigt eine klare Linie: höherer Automatisierungsgrad, größere Stellbereiche, zentrale Steuerung und digitale Vernetzung. Betreiber profitieren von effizienten Abläufen, robusten Sicherheitslogiken, schnelleren Entstörungen und der Basis für zukünftige Automatisierung. Moderne ESTW- und DSTW-Systeme unterstützen Kapazitätserhöhungen, insbesondere im Zusammenspiel mit ETCS und digitaler Leit- und Sicherungstechnik.

     

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