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Nachhaltig und effizient

Der Güterbahnhof Arnstadt wird zum Logistikzentrum für das Erfurter Kreuz.

Effizient, innovativ, nachhaltig und verträglich. Unter diesem Leitbild plant DB Cargo Logistics im alten Güterbahnhof von Arnstadt ein neues Rail Logistics Center (RLC). Wo heute noch Unkraut wuchert, sollen ab dem Jahreswechsel 2023/24 bis zu vier Züge täglich be- und entladen werden.

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Das neue Rail Logistics Center im alten Güterbahnhof von Arnstadt.


Thüringen als wichtiges Zentrum der E-Mobilität

Das künftige RLC Arnstadt liegt nur wenige Kilometer entfernt vom Erfurter Kreuz, Thüringens größtem Industriegebiet. Dort baut ein chinesischer Batterielieferant eine der größten Fabriken für Batteriezellen in Europa, während gleichzeitig nebenan das Erfurter Kreuz immer weiter wächst. „Für uns als DB Cargo Logistics ist das Erfurter Kreuz aber auch gerade deshalb interessant, weil es noch nicht per Schiene erschlossen ist“, sagt Projektleiter Jahn Reich. Und Kai Birnstein, Leiter Automotive bei DB Cargo Logistics, ergänzt: „Der Wandel zur E-Mobilität ist ein zentrales Thema für die Automobilindustrie. Deshalb entwickeln wir für unsere Kunden passende Bahnlogistiklösungen für ihre künftigen Anforderungen. Auf Basis unseres leistungsfähigen Netzwerks setzen wir schon heute erste Konzepte in der Batterielogistik um.“ 

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Hier entsteht demnächst das neue Rail Logistics Center in Arnstadt.

Netzwerkbeschleuniger Plug-and-play

Bereits jetzt sind im Automotive RailNet von DB Cargo Logistics mehr als 250 Züge pro Tag unterwegs. Damit nicht für jeden Lieferanten ein neues Netzwerk geschaffen werden muss, greift bei der Planung des RLC Arnstadt der sogenannte Plug-and-play-Ansatz. Dabei wird jeder neue Lieferant – ähnlich einem USB-Stick – an das bestehende Automotive RailNet angeschlossen. So kann er praktisch sofort das Netzwerk nutzen, um seine Kunden zu beliefern. Jahn Reich: „Aus unserer Sicht ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil, weil wir ein automotivegetaktetes Netzwerk haben, von dem neue Lieferanten direkt profitieren können.“ Vor diesem Hintergrund wird das Terminal sowohl auf den konventionellen Schienengüterverkehr als auch auf den Kombinierten Verkehr (KV) ausgerichtet sein. Jahn Reich: „Das ist ein klares Alleinstellungsmerkmal gegenüber klassischen KV-Terminals und Railports. Denn mit dem RLC Arnstadt vereinen wir die Vorteile beider Terminalvarianten an einem Standort.“

Regenerativer Strom vom Dach 

Auch das Thema Nachhaltigkeit ist bei der Realisierung des Terminals entscheidend. So sollen im Nachlauf elektrische Sattelzugmaschinen eingesetzt werden, um durchgehend CO2-freie Transporte anbieten zu können. Auch die übrige Technik soll vollelektrisch betrieben werden, um dem Ziel CO2-Neutralität so nah wie möglich zu kommen. Das gilt sowohl für die Portalkrane (RTG) als auch für die eingesetzten Gabelstapler. Den dafür notwendigen Strom sollen Photovoltaikanlagen liefern, die auf den Dächern der Werksgebäude installiert werden. „So können wir im Idealfall bis zu einer halben Million kWh pro Jahr an regenerativem Eigenstrom produzieren, den wir für unsere Ladevorgänge und unser Equipment nutzen wollen“, erläutert Projektmanager Jahn Reich die Idee.

Auf gute Nachbarschaft

Darüber hinaus ist die Vermeidung von Lärmemissionen ein wesentlicher Punkt. Die geplanten Maßnahmen reichen von der Einhausung von Aggregaten auf den Gebäudedächern bis zum Einsatz der neuesten Generation von gummibereiften RTGs, um Abrollgeräusche zu minimieren. Hinzu kommt eine geräuscharme Containerverladung. Dafür werden die eingesetzten modernen Portalkrananlagen mit dem sogenannten Soft Landing ausgestattet. Diese Funktion soll die Schallemissionen beim Absetzen der Container verringern und so die Schallbelastung der Umwelt reduzieren. Gleiches gilt für den Zwei-Schicht-Betrieb des RLC Arnstadt: 
Um das Projekt stadtverträglich zu realisieren, ist ein Betrieb im Zwei-Schicht-System geplant, so Reich. „Wir wollen uns in das Stadtbild einfügen. Deswegen spielen auch Themen wie Architektur und Städtebau eine wichtige Rolle in der Planungsphase.“

Taktgeber für resiliente Lieferketten

Trotz des sportlichen Timings und der verschiedenen Zielvorgaben ist es Jahn Reich und seinem Team gelungen, eine weitere Herausforderung zu umgehen: die teils massiven Disruptionen der Supply Chains durch die Corona-Pandemie. „Wir sehen schon jetzt, dass wir mit dem RLC Arnstadt die Lieferketten unserer Kunden widerstandsfähiger gestalten können. Indem wir Puffermöglichkeiten schaffen, können wir die Reaktionsfähigkeit des Terminals in beide Richtungen deutlich erhöhen. Einerseits können wir bei der Belieferung der Kunden im Erfurter Kreuz Container für einen bestimmten Zeitraum zwischenpuffern, andererseits im Gegenzug etwaige auflaufende Produktionsüberschüsse aufnehmen, was letztlich die Reaktionsfähigkeit und die Resilienz der Lieferketten unserer Kunden verbessert.“

Noch mehr Informationen zum Rail Logistic Center Arnstadt finden Sie auf https://www.rlc-arnstadt.de/.
 

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Jahn Reich

Projektleiter RLC Arnstadt DB Cargo Logistics

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