Stahlharte Argumente für die Schiene

Tonnenschwere Stahlcoils lassen sich am besten über die Schiene transportieren.

Sonderprofile aus Stahl werden aus Rohstoffen in Form von tonnenschweren Stahlcoils gefertigt und kommen etwa in der Automobilindustrie, bei der Erzeugung erneuerbarer Energien oder am Bau zum Einsatz. Da die Profile sperrig und schwer sind, setzt das österreichische Unternehmen Welser Profile bei Anlieferung auf DB Cargo.

Bönen liegt am Rande des Ruhrgebiets – im Stahlland. Aus diesem Grund hat die Welser Profile Deutschland GmbH – ein Unternehmen mit Hauptsitz in Gresten in Österreich – im Kreis Unna einen Standort. Denn Welser Profile ist führender Produzent von Sonderprofilen und Sonderprofilrohren in Europa. Das Unternehmen hat bisher mehr als 23.000 Querschnitte erzeugt. Das bedeutet auch: Der Nachschub an Stahl als Rohstoff muss ununterbrochen fließen: „Die ausreichende Zulieferung von Stahl ist für uns lebenswichtig“, erklärt Joern Miklas, SCM Manager bei Welser Profile. Die Rohmaterialien kommen aus einem Umkreis von etwa 300 Kilometern, die Auslieferung der sperrigen und oft langen Profile hingegen erfolgt an Kunden weltweit. Am Hauptsitz in Österreich bringt Welser 85 Prozent aller Inbound-Transporte auf die Schiene. Dahinter steckt Überzeugung: „Die Schiene verbindet für uns Nachhaltigkeit mit sehr guten Be- und Entlademöglichkeiten. Ein Wagen auf der Schiene ersetzt zwei Lkw, da kann man große Volumina abbilden.“


Die Stahlcoils für Welser Profile werden in Shimmns-Wagen angeliefert. Quelle: Julia Unkel

Optimierte Laufzeiten und Service auf der letzten Meile
Wie in Österreich hat Welser deshalb auch in Bönen einen eigenen Gleisanschluss. Dennoch ist der Anteil der Schienentransporte am deutschen Standort noch geringer. „Bislang war die Bahn gerade auf der Kurzstrecke gegenüber dem Lkw nicht wettbewerbsfähig“, merkt Joern Miklas an. DB Cargo erarbeitet deshalb gemeinsam mit Welser Profile neue Konzepte zur Mengensteigerung im Inbound. „Wir optimieren die Laufzeiten, ermöglichen Sonderbedienungen, zeigen Potenziale auf und bringen Ideen zum Service auf der letzten Meile ein“, erklärt Dominik Gerland, Kundenberater vom Regionalvertrieb bei DB Cargo, die Vorgehensweise. „Da steckt viel Potenzial drin. Wir wollen unserem Kunden stahlharte Argumente liefern.“

Langstrecke und Schwankungen eingeplant
Das ist nicht immer einfach: Das Geschäft von Welser Profile ist in Abhängigkeit zum Marktgeschehen teils volatil. Relationen verändern sich und die Mengen schwanken. „Zu Wochenbeginn ist das Aufkommen höher als innerhalb der Woche. Und jetzt in der Corona-Zeit gingen die Transporte für die Zulieferungen an die Automobilindustrie relativ stark zurück“, berichtet Dominik Gerland. „Das verlangt angepasste Planungen und viel Flexibilität.“ Ein anspruchsvolles Umfeld, in dem die beiden Unternehmen ihrem Ziel mehr Nachhaltigkeit näherkommen wollen und daher bis zu 70 Prozent klimafreundliche Transporte auf der Schiene realisieren. Auch die Langstrecke muss man dabei für die Zukunft nicht ausschließen“, findet Dominik Gerland. „Welser Profile liefert auch Produkte nach China. Warum sollte nicht die Schiene auf dem Eurasischen Korridor eines Tages die Alternative zum Schiff sein?“

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Dominik Gerland

Kundenberater Regional Sales, DB Cargo

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