Gefahrgutmanager auf der Schiene

Werksrangierdienst und die Verladung in der OMV-Raffinerie Burghausen.

Etwa ein Dutzend Mal im Jahr reist Daniel Röder, Vertrieb DB Cargo, von Mainz nach Burghausen im Bayerischen Chemiedreieck. Die Raffinerie Burghausen spielt als Herzstück der OMV in Deutschland eine zentrale Rolle. DB Cargo ist vor Ort nicht nur für den gesamten Werksrangierdienst, sondern auch für die Verladung verantwortlich. Das Handling, auch mit den Gefahrstoffen, obliegt also den DB Cargo-Mitarbeitern – ein professionelles Gefahrgutmanagement ist dabei unabdingbar. „Eine Herausforderung“, sagt Daniel Röder, und „eine extrem spannende Aufgabe“.

Seit zwei Jahren ist Röder als Senior Account Manager für die Raffinerie zuständig. Sein Partner auf Kundenseite ist Helmut Knebl, Logistikleiter der OMV-Raffinerie Burghausen. Ein Experte mit jahrzehntelanger Erfahrung, der alle Prozesse kennt. Die Zusammenarbeit mit der DB bestehe seit 20 Jahren, so Knebl. „Und stets war die Zusammenarbeit vertrauensvoll, über alle Höhen und Tiefen hinweg.“ In den letzten Jahren hat sich das Geschäft ständig weiterentwickelt: Binnen 20 Jahren hat sich der Schienentransportanteil der Raffinerie vervierfacht.

Beeindruckendes Umschlagsvolumen
Das Transport- und Umschlagsvolumen, das DB Cargo-Mitarbeiter in Burghausen und im OMV-Tanklager Feldkirchen bewältigen, ist mit rund 1,9 Millionen Tonnen beeindruckend. Die Kollegen sind entsprechend ausgebildet und beherrschen den Umgang mit Kesselwagen, Gaswagen und Schüttgutwagen. Durch regelmäßige Schulungspakete und Trainingseinheiten können sie ihr Wissen ständig aktualisieren und ausbauen. Wie bei DB Cargo steht auch bei der OMV Sicherheit an erster Stelle. 50 Auditoren begehen regelmäßig den Betrieb und kontrollieren technische Einrichtungen, prüfen Arbeitsprozesse und fragen das Wissen rund um die Arbeitssicherheit ab.

Dazu kommen die sogenannten „Safety Walks“. „Mehrmals jährlich finden die Safety Walks statt, gemeinsam mit den Managern der OMV und von DB Cargo“, berichtet Helmut Knebl. Dann legen auch die Entscheider Schutzkleidung an und man inspiziert gemeinsam die Verlade- und Gleisanlagen. Knebl, der die Zusammenarbeit von Beginn an mitgestaltet hat, weiß, dass er „seinen“ Eisenbahnern nicht wenig zumutet. Rund 50 Mitarbeiter von DB Cargo sind in Burghausen im Zweischichtsystem tätig. Der Werksrangierdienst auf dem OMV-Gelände arbeitet dabei vollständig in Eigenverantwortung. Die Rangierer von DB Cargo haben unter Berücksichtigung der Regelwerke und Vorschriften alle Freiheiten – Hauptsache, die Wagen stehen pünktlich am Ausfahrgleis, in korrekter Reihenfolge und Ausrichtung. Das sichere Ergebnis zählt.


Ein Rangierer von DB Cargo bei der Wagenvorbereitung. Quelle: Max Lautenschläger

Intelligente Logistik ist gefragt
Dabei ist Köpfchen gefragt, wofür der OMV-Logistiker den DB Cargo-Kollegen Respekt zollt. Sie hätten es geschafft, ihre Rangierlok mit intelligenten Strategien über die vielen Jahre immer effizienter einzusetzen, lobt Knebl. Um die Wagenverfügbarkeit zu optimieren, hat die Güterbahn erst kürzlich in 20 Schüttgutwagen investiert. Die positive Entwicklung freut auch Ludwig Huber, der als operativer Leiter von DB Cargo im gesamten Bayerischen Chemiedreieck mehr als 200 Mitarbeiter im Einsatz hat. Er hebt die gute Zusammenarbeit mit der OMV „auf Augenhöhe“ hervor und die langjährige Erfahrung vieler Eisenbahner, die an den Ladestellen der Raffinerie eigenverantwortlich arbeiten und dabei Fußwege von bis zu 15 Kilometern pro Schicht zurücklegen.

Ausbildungsinitiative
Nachteilig findet OMV-Logistiker Knebl die hohe Fluktuation des Rangierpersonals, die auf die prekäre allgemeine Personalsituation zurückzuführen ist. Derzeit wird eine zweite Gleisharfe geplant, und Knebl würde gerne eine zweite Rangierlok einsetzen, dazu fehlen allerdings die Fachkräfte. Wie schwierig es derzeit ist, Lokführer zu rekrutieren und auszubilden, ist ihm dabei bewusst. Daniel Röder verweist auf die laufende Ausbildungsinitiative der Bahn. Noch in diesem Jahr wird DB Cargo in enger Zusammenarbeit mit der OMV in deren Werk einen Triebfahrzeugführer ausbilden.

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Daniel Röder

Senior Account Manager, DB Cargo BTT

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